Archiv für Oktober, 2009

Rammstein – Liebe ist für alle da

Posted in Musik, Platten on 27. Oktober 2009 by Basti

rammstein - liebe ist für alle daOh nein! Ein Lied das „Pussy“ heißt! Und dann auch noch ein Hardcore-Porno als Video dazu! Sowas gehört doch verboten!

Rammstein waren, sind und bleiben im Bereich der gezielten und kalkulierten Aufregung einsame Spitze. Das neue Album „Liebe ist für alle da“ passt bestens zu dieser Rammstein-Manier.

Der Opener „Rammlied“ bietet ein verdammt gutes Intro, das auch sicherlich in Zukunft auf Konzerten als solches fungieren wird. Besser kann man ein Album nicht beginnen! Der Text selbst erinnert sehr an „Rammstein“ vom Debüt-Album, doch was solls, Sätze wie „Wer wartet mit Besonnenheit/Der wird belohnt zur rechten Zeit/Das Warten hat ein Ende/Leiht euer Ohr einer Legende/RAMM….STEIN“ machen Lust auf mehr. Gleich im zweiten Track fröhnen die Berliner wieder ihrer Lust an der Provokation. „Ich tu dir weh“ knallt nach einem zarten Beginn richtig, besungen wird die Freude am Analsex.

Die folgenden „Waidmanns Heil“, „Haifisch“ und „B********“ gefallen ebenfalls durch fette Drums und Riffs, Rammstein at it’s best! „Haifisch“ hat dabei noch am meisten Potenzial zur nächsten Single, in „B********“ kann man Till Lindemanns Growl-Qualitäten bestaunen.

Ruhiger geht es danach zu, „Frühling in Paris“ wird gespickt mit französischen Lyrics, und kommt fast nur mit Akustik-Gitarre aus.

„Wiener Blut“ bildet dann sozusagen den Auftakt zu zwei mal Mehr Porno, direkt danach folgt die schon erwähnte Single „Pussy“.

Den Abschluss bildet schließlich „Roter Sand“, angefangen mit einer gepfiffenen Melodie wird ein klassisches Pistolenduell besungen. Erstaunlicherweise reichen auch hier Bläser, Akustikgitarren, Chöre, Streicher und die Stimmgewalt von Till Lindemann, um ein einmaliges Feeling zu erzeugen.

Den Vergleich zum Vorgänger-Album muss die neue Platte nicht scheuen, „Liebe ist für alle da“ gehört aber zweifelsfrei zu den besseren Rammstein-Machwerken.

Hoffenheim – Glubb 3:0

Posted in Fußball, Glubb on 25. Oktober 2009 by Basti

GlubbDas erste Glubb-Spiel nach dem Sieg gegen Berlin bot wieder drei Tore, leider wieder für die Heimmannschaft. Also für die Falschen. Dabei begann der Glubb gegen die Hoffenheimer Spielbetriebs-GmbH gut und engagiert. „Never change a winning team“ war anscheinend das Motto, die Aufstellung war die gleiche wie vor einer Woche.

Das erste Mal eingreifen musste Hildebrand, der Torhüter der Spielbetriebs-GmbH, in der 10. Minute, als Pinola mit einem Weitschuss die Qualitäten des Ex-Nationaltorhüters testete. Die waren nicht allzu gut, der Torwart hatte Probleme, den Ball zu halten, schaffte es letztlich aber doch. In der Folge spielte sich fast das komplette Spiel im Mittelfeld ab, trotzdem entwickelte sich eine spannende Partie. Denn auch die Spielbetriebs-GmbH konnte nicht die entscheidenden Akzente setzen und Zug zum Nürnberger Tor entwickeln.

Diesen Zug zum Tor hatte in der 28. Minute einmal mehr der Glubb, doch der über links enteilte Bunjaku wurde von Simunic unsanft zu Fall gebracht, das ganze auch noch im Strafraum. Der Schiri entschied jedoch fälschlicherweise nicht auf Elfmeter und deshalb wurde der Glubb gut 10 Minuten später unsanft in die Realität zurück befördert: In der 34. Minute nämlich war es Christian Eichner der nach einem Freistoß von links den schlecht geklärten Ball aus 32 Metern Entfernung vollspan traf und, unhaltbar für Schäfer, oben links einnetzte. Das 2:0 folgte 4 Minuten später, nachdem Marek Mintal den Ball im Mittelfeld verloren hatte und Vedad Ibisevic nach einem Steilpass erst Wolf alt aussehen ließ und dann trocken und eiskalt ins lange Eck traf.

Zwei Schancen, zwei Tore, 100%-ige Verwertung hieß die Bilanz der Spielbetriebs-GmbH nach 45 Minuten.

In der zweiten Halbzeit stellte der Glubb seine Offensivbemühungen dann komplett ein, Franco Zuculini, zur Pause eingewechselt, besorgte in der 58. Minute den 3:0-Endstand, wieder per Distanzschuss.

Dass es gegen Hoffenheim nicht leicht werden würde, wusste jeder der Beteiligten. Dass der Glubb in der ersten Halbzeit zumindest streckenweise mithalten konnte, ermutig manche. Dass wieder keine Tore zu melden waren, entäuscht viele. Gegen Bremen in einer Woche muss noch einiges besser werden.

Die Würfel sind gefallen

Posted in Politik on 24. Oktober 2009 by Basti

Er steht, der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP. Nach dreiwöchigen Verhandlungen ist er fertig und muss nun nur noch die Hürde bei den Parteitagen nehmen.

Er trägt den Titel „Wachstum. Bildung. Zusammenhalt.“ Schöne Schlagworte könnte man meinen, das klingt doch ganz plakativ. Wie „Mehr Netto vom Brutto“ oder so ähnlich. Kennt man ja schon. Doch was ist draus geworden, aus den von FDP-Seite großzügig angekündigten Steuererleichterung und den anderen Wahlversprechen?

Nicht viel, könnte man sagen: Dass trotz Mega-Verschuldung und höheren Ausgaben auf Steuern verzichtet werden soll, grenzt an Naivität. Und auch sonst ist der Vertrag mehr guter Wille als Tatkraft. Und mehr CDU als FDP. Beispiel Sozialpolitik und Innere Sicherheit. Auch hier hatten die Liberalen nicht allzu viel zu melden. Nach 11 Jahren Opposition musste die Truppe um Guido Westerwelle erst einmal lernen zu machen statt immer nur zu fordern. Aber dass der Haushalt erstens keinen Platz für großartige Steuersenkungen aufweist und es zweitens keine 180°-Wende zum Kurs der großen Koalition geben konnte, sollte jedem politisch interessiertem Bundesbürger bekannt sein; warum also nicht auch den liberalen Herren Westerwelle und Solms?

Und dass nun einer Finanzminister wird, der schon im Kabinett Merkel I saß, dürfte der FDP so gar nicht in den Kram passen. Der CDU und Merkel dagegen schon: Schäuble übernimmt den Job des Buhmanns, steckt eventuell die Prügel ein und geht nach der nächsten Wahl. Karl-Theodor-und-so-weiter zu Guttenberg dagegen, der Shootingstar der CSU hält sich größtenteils raus und versteckt sich im Verteidigungsministerium, bis er sieht, was der neue Finanzminister möglicherweise alles falsch gemacht hat und zurück nach München geht. Als Nachfolger Seehofers oder so…

Glubb – Hertha BSC 3:0

Posted in Fußball, Glubb on 18. Oktober 2009 by Basti

GlubbSo soll eine Bundesliga-Mannschaft auftreten! Gegen eine schwache Hertha aus Berlin hatte der Glubb leichtes Spiel und gewann verdient mit 3:0.

Das der Sieg nicht höher ausfiel, lag, wieder einmal, an der Chancenverwertung, allerdings präsentierte sich der Glubb nicht so desolat und lethargisch wie in den letzten Spielen, sondern begann schwungvoll und engagiert. Schon in der 3. Minute zeigte der wieder genesene Andy Wolf den Gästen wo der Hammer hängt. Sein Schuss ging leider daneben, ebenso ein Heber von Bunjaku (15.) und ein Drehschuss von Mike Frantz (17.).

In der 19. Minute war es dann schließlich der überraschend von Beginn an spielende Daniel Gygax, der von rechts aus spitzem Winkel zur Führung für den Glubb traf. Die Fans auf den Rängen kannten kein Halten mehr, ebensowenig die Verantwortlichen auf der Bank bzw. Tribüne. Dass für den Führungstreffer ausgerechnet jener Gygax verantwortlich war, der vor Wochenfrist im Test gegen Bamberg nur durch Lustlosigkeit auffiel, war ein weiteres Indiz dafür, dass der Glubb nach der Satzungsänderung in der Mitgliederversammlung auch sportlich einen Neuanfang wollte.

In der 26. Minute erlöste ein anderer Schweizer im Glubb-Dress die Fans. Albert Bunjaku traf, von Mike Frantz genial bedient, gegen die Laufrichtung des Berliner Keepers zum 2:0.

Bunjaku war es auch, der in der 60. Minute alles klar machte: Nach einem Pass von Eigler im Sechzehner schoss er vollspann auf den Berliner Kasten und traf. Mitten in den Jubel hinein ertönte dann das ULTRAS NÜRNBERG-Lied „Als ich noch ein ganz kleiner Bub war“ – Emotionen pur im Frankenstadion!

In der 82. Minute war dann Schluss für den zweifachen Torschützen, für Bunjaku kam Isaac Boakye zu seinem Comeback nach zweimonatiger Verletzungspause.

Dass hier nicht von Berliner Chancen berichtet wurde liegt nicht an mangelndem Respekt, sondern schlicht und einfach am Fehlen selbiger. Auf Friedhelm Funkel wartet noch ein hartes Stück Arbeit.

Auf Michael Oenning allerdings auch, der Glubb steckt weiterhin im Abstiegskampf, daran ändert auch der gestrige Sieg nichts. Und einfacher wird es nicht, es warten Hoffenheim und Bremen…

La Roux – La Roux

Posted in Musik, Platten on 14. Oktober 2009 by Basti

la roux - la rouxEigentlich bin ich für elektronische Musik immer zu haben. Als ich aber die Debütsingle „Bulletproof“ von einer gewissen „La Roux“ das erste Mal im Radio hörte, dachte ich mir: Nie wieder, wie schrecklich. Als ich dann die Debütsingle „Bulletproof“ von einer gewissen „La Roux“ das zweite Mal im Radio hörte, dachte ich mir: Klingt eigentlich gar nicht so schlecht, gerne wieder. Als ich dann die Debütsingle „Bulletproof“… und so weiter. Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann von dem Lied nicht genug bekommen, ich bin süchtig danach.

Und das, obwohl ElectroPOP so gar nicht mein Ding ist. Im Falle von La Roux allerdings passt einfach alles. Die Melodien erinnern zum Einen ein bisschen an die allerersten Videospiele, zum Anderen orientieren sie sich eindeutig an den Synth-Pop-Bands der 80er-Jahre, wie Depeche Mode, Erasure und ähnliche. Die Verbindung zu den Eurythmics ist nicht nur akustisch, sondern auch optisch auffallend: Elly Jackson, die erst 20 Jahre alte Sängerin des Duos (Ja richtig gehört, La Roux ist ein Duo!) tritt sehr androgyn auf.

Das Aussehen ist aber hier und jetzt nicht Gegenstand der Debatte, zurück zur Musik. Das schlicht selbstbetitelte Album beginnt gleich mit einem Kracher, „In For The Kill“ ist im Heimatland England schon ein Hit und eigentlich vor „Bulletproof“ veröffentlicht worden. Kostprobe gefällig? „I’m doing it for the thrill/ I’m hoping you’ll understand/ And not let go of my hand“ Ebenso flott beginnt „Tigerlily“, das aber durch einen Sprechpart in der Mitte sehr verliert. Das folgende „Quicksand“ reiht sich in die schnelleren Songs auf der Platte ein, ehe „Bulletproof“ kommt. Schon den Anfang kann ich nicht oft genug hören, die Wahl, dieses Lied als Single auszukoppeln, war goldrichtig.

Nach der Single folgen dann ein paar langsamere Lieder. Langsam, aber nicht ruhig. Bei „Cover My Eyes“ wird Jackson zusätzlich von einem Chor unterstützt, das Resultat ist schlicht großartig, auch wenn der elektronische Aspekt in wenig in den Hintergrund tritt. Ein wenig deshalb, weil er bei „As If By Magic“ gleich wieder voll da ist.

„Armour Love“, das letzte Lied vor dem Bonus Track ist nach den wieder schnelleren „Fascination“ und Reflections Are Protection“ ein würdiger und wunderschöner Abschluss des Albums. Der Bonus Track „Growing Pains“ stört da ein wenig, der ruhige Abgang wäre der Bessere gewesen.

Abschließend hoffe ich, dass La Roux erfolgreich werden und bleiben, ich will mehr davon!

Culcha Candela rockten Würzburg!

Posted in Bands, Musik on 10. Oktober 2009 by Basti

Und zwar mit einer gigantischen Show!

Enttäuscht war man nur kurz zu Beginn, da die Vorband „Mil Santos“, die einen guten Auftritt hinlegte, über eine Stunde zu spät begann. Laut MySpace-Seite der Berliner Multi-Kulti-Band sollte deren Auftritt um 19:00 Uhr beginnen, Culcha Candela dann eine Stunde später. Mil Santos ließ sich jedoch viel Zeit und begann erst um Viertel nach (!) acht. Nach einer Dreiviertelstunde spanischer Musik musste sich das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Posthalle noch einmal eine Viertelstunde gedulden, ehe Culcha Candela aus Berlin loslegten.

Doch das Warten hatte sich schon nach den ersten Minuten gelohnt! Genau wie auf der Rheinkultur begannen die sieben Berliner phänomenal mit „Chica“ und „Stretch Your Mind“. Da aber logischerweise mehr Zeit zur Verfügung stand als auf dem Bonner Festival, wurden mehr neue Songs gespielt, „Siento“ und „No Hay Mal“ als Beispiel.

Party war das Motto bei „Hamma!“. Vor dem Hit aus dem letzten Album stellten die Jungs ihr musikalisches Talent unter Beweis, als sie mit unterschiedlichen Instrumenten – die Palette reichte von Bongos über Drums bis hin zu Rasseln – ein kleines Instrumenal hinlegten.

Doch nicht nur Party war angesagt, Johnny Strange schlug auch nachdenklichere Töne an, er warb vor „African Children“ für die von Culcha Candela gegründete Stiftung „Afrika Rise„.

Auch die zweite Hälfte ließ nichts zu wünschen übrig. Vor „Eiskalt“ verließen Culcha Candela kurz die Bühne um sich umzuziehen und dann, passend zum Song, komplett in weiß zu erscheinen. Es folgten „Gimme Some“, bei der das Publikum in zwei Lager geteilt wurde und die Candeleros einen Lautstärke-Wettbewerb veranstalteten und „One Destination“ mit kollektivem Von-rechts-nach-links-und-wieder-zurück-Gehopse.

Den vorläufigen Abschluss bildete dann „Ey DJ“, bevor Culcha Candela eine Zugabe in Form von „Back To Our Roots“ gaben, bei der das gesamte Publikum als Beat fungierte.

Alles in allem war es eine der besten Shows einer Band die ich je gesehen hab, man merkte den sieben Berlinern den Spaß am musizieren an. Den verspäteten Anfang entschuldigte das Konzert alle Mal. Und das Beste: Gleich heute sehe ich Culcha Candela noch einmal, bei der Energy Music-Tour in Nürnberg, für die ich Freikarten habe!

WOHOOOOO! – Part 2

Posted in Musik, Platten on 9. Oktober 2009 by Basti

So, nun ist es soweit, auch der zweite Song von Sonic Syndicate mit ihrem neuen Sänger Nathan J. Biggs ist veröffentlicht!

Rebellion In Nightmareland“ heißt das gute Stück und ist das komplette Gegenstück zu „Burn This City“. Härter, schneller, böser! Die Gesang-Parts treten in den Hintergrund und sind nur im Refrain zu hören. Ansonsten wird geshoutet und gegrowlt, was die Stimmen hergeben.

Und die scheinen unheimlich viel herzugeben: Richard shoutet sich, wie gewohnt, die Seele aus dem Leib. Das an sich ist noch nichts besonderes, nein, man bekommt nun erstmals einen Eindruck vom neuen Sonic-Sound. Nathan Biggs kommt mit seinem Organ tiefer runter als Roland und zeigt dies (zu meiner Freude) oft und ausgiebig.

Fazit: Start geglückt, hoffentlich können Sonic Syndicate diese Energie auch live zeigen.