Archiv für November, 2009

Religionsfreiheit im Hinterzimmer

Posted in Politik, Zeitgeschehen on 30. November 2009 by Basti

In der Schweiz gibt es 4 Minarette. Sie fallen nicht weiter auf, sie sind weder höher, noch größer als normale Kirchtürme. Und doch sind sie der national-konservativen Schweizer Volkspartei (SVP) ein Dorn im Auge. Deshalb entschied sie sich für einen Volksentscheid, über den schon im Vorfeld viel diskutiert wurde. Am Sonntag war es dann soweit, das Volk wurde zu den Urnen gebeten. Und siehe da, 57,5 Prozent der Schweizer Wahlberechtigten erreichten folgendes: Die Welt ist schockiert, die Rechten in ganz Europa jubeln.

Was in der ganzen Debatte untergeht ist die Tatsache, dass es bei dem Volsentscheid eben nicht um Religionsfreiheit geht. Die ist auch ohne Minarette für Muslime weiter praktizierbar – nur eben im Hinterzimmer. Mit Toleranz hat das nichts zu tun, förderlich für das internationale Ansehen der Schweiz ist es auch nicht.

Die Angst vor einer „schleichende Islamisierung“ wie sie auch die Initiative „Pro Köln“ in Deutschland erkannt haben will, gründet einzig und allein im Misstrauen dem Islam gegenüber und in der Angst vor dem Islamismus. Zwei grundverschiedene Dinge, die man trennen muss, will man eine vernünftige Diskussion führen und eine verantwortungsvolle Ausländerpolitik betreiben.

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Glubb – Freiburg 0:1

Posted in Fußball, Glubb on 29. November 2009 by Basti

„[…] selbstbewusst haben sich Nürnbergs Fußball-Profis auch unter der Woche präsentiert, sie sind heiß. Auf Freiburg, vollbesetzte Ränge und die Punkte 13, 14 und 15.“ – so war es unter der Woche in der NN zu lesen. Ein paar Tage waren da vergangen, nach dem Überraschungs-Sieg des Glubbs gegen den VfL Wolfsburg, ein paar Tage mussten da noch vergehen, ehe man gegen den Mitaufsteiger SC Freiburg antreten durfte. „Was gerade beim Überraschungs-Club nicht viel heißen muss. Zu oft wurden in der an Pleiten, Pech und Pannen gewiss nicht armen Historie des 1. FC Nürnberg schon wichtige Begegnungen in den Sand gesetzt.“ – konnte man dem Artikel dann entnehmen. Wie wahr…

Dass der Glubb ein an Ereignissen armes Spiel verlor, lag dieses Mal ausnahmsweise nicht am Schiedrichtergespann um Babak Rafati. Auch nicht, wie man im Vorfeld vielleicht annehmen hätte können, an Ersatz-Keeper Alexander Stephan, der für den gesperrten Raphael Schäfer das Glubb-Tor hütete. Beim Schuss von Stefan Reisinger, der zum Tor und damit zum einzigen (spielerischen) Höhepunkt des Tages führte, war er machtlos.

Dennoch machte er seine Sache gut, die Leistung lässt hoffen, dass der Ausfall von Schäfer verschmerzbar bleibt. Bereits in der 7. Minute klärte er mit einem tollen Reflex gegen Idrissou und verhinderte so einen noch früheren Rückstand des Glubbs. Der dann jedoch in der 12. Minute folgte: Nach einer Ecke stand Reisinger richtig und brauchte aus 3 Metern nur noch einzuschieben.

Was nach dem „Tor des Tages“ auf dem Rasen passierte, lässt sich mit einem Wort beschreiben: Nichts. Das Mittelfeld veranstaltete ein Fehlpass-Festival, der Sturm verschwand im Nirgendwo. Weitaus interessanter war da der Blick auf die Ränge. Zwei schöne Soli-Spruchbänder für die Stadionverbotler der ULTRAS aus Nürnberg und Freiburg, ein weiteres im Freiburger Block, dass die Meldeauflagen-Problematik thematisierte, ein Spruchband der Halunken Nürnberg, dass sich auf das BGH-Urteil bezog, sowie eine gute Menge Rauch im Auswärtsblock bildeten die eigentlichen Höhepunkte dieses Samstagnachmittags.

Und auch die Hereinnahmen von Choupo-Moting und Dario Vidosic brachten nicht die erhoffte Überlegenheit. Das letzte Bisschen Glück, das vor einer Woche den Sieg brachte, fehlte diesmal ebenfalls: In den Schlussminuten scheiterten sowohl der wieder erschreckend schwache Christian Eigler, als auch Dennis Diekmeier am SC-Torhüter oder am Aluminium. So bleib es beim 1:0 für den Mitaufsteiger, der Glubb bleibt im Abstiegskampf.

Mit dem Willen, sich zu rehabilitieren (wie Diekmeier nach dem Spiel ankündigte) geht es also nächste Woche nach Dortmund. Welche Konsequenzen Trainer Oenning dann aus der peinlichen Niederlage zieht bleibt abzuwarten…

Gewalt, Pornografie, Simpsons?

Posted in Die Simpsons on 26. November 2009 by Basti

Wie N24.de berichtet, werden die Simpsons in der Schweiz zukünftig mit einem Jugenschutzhinweis ausgestrahlt. Rammstein-Zensur in Deutschland, Simpsons-Zensur in der Schweiz?

Nein, so einfach liegt der Fall dann doch nicht. Zum Hintergrund: Eine Zuschauerin hatte sich beschwert und beanstandet, in der Serie käme es zu Gewalt- und Pornografieszenen. Sie forderte deshalb das Ende der Ausstrahlung oder zumindest einen späteren Zeitpunkt. Das Vorabendprogramm war ihr zu früh. Die Folge des Gerichtsverfahrens ist nun eine Jugendschutzwarnung vor der Ausstrahlung jeder Folge im Schweizer Fernsehen (SF), dass die Serie für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet ist. Zu dem Verfahren kam es, da die Zuschauerin nach einem Anruf beim Kundendienst des SF den Bescheid bekommen hatte, die Simpsons seien auch bei kleinen Kindern sehr beliebt und die Ausstrahlung der Serie sei somit „in Ordnung“.

Da fragt man sich als langjähriger Simspsons-Fan, in was für einer Welt diese Dame eigentlich lebt?

Dass die Simpsons nicht nur eine Serie für die lieben Kleinen ist, sollte klar sein, und deshalb ist die Klage der Frau auch ein wenig nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist allerdings die Tatsache, dass wir in einer Gesellschaft leben, die lieber auf Verbote, Warnungen und ähnliches setzt, als auf Eigenverantwortung. Wenn man als Elternteil nicht möchte, dass die eigenen Kinder eine Serie sehen, sollte man um- oder ausschalten und selbst handeln, anstatt die Kinder vor dem Fernseher zu parken, um sie sich mehr oder weniger selbst zu überlassen. Erziehung heißt Verantwortung! Und außerdem: Grimms Märchen waren ursprünglich auch nicht für Kinder geschrieben. Ich hoffe, dass besagte Dame ihren Kindern, sofern sie welche hat/hatte, niemals diese Märchen vorlesen muss. Geschichten in denen Menschen bei lebendigem Leib verbrannt, Tiere lebend aufgeschnitten werden und Giftanschläge an der Tagesordnung sind, sind für Kinder wohl ähnlich ungeeignet. Und wäre man konsequent, würde in nicht allzu ferner Zukunft wohl das gesamte TV-Programm mit Jugendschutzhinweis versehen werden müssen. Daily Soaps, Talkshows, Werbung, alle diese Formate bedienen sich dem Motto „Sex sells“. Wo bleibt da der Aufschrei?

Liebe ist für manche da

Posted in Musik on 22. November 2009 by Basti

Der vermeintlichte PR-Gag um das neue Rammstein-Album „Liebe ist für alle da“ geht in die nächste und wahrscheinlich letzte Runde: Ab sofort kann man das Album wieder käuflich erwerben, allerdings in einer Clean-Version. Beschnitten um die betreffende Zeile aus „Ich tu dir weh“ und ein Foto im Booklet.

Kaufhäuser und Plattenläden verkaufen ab sofort ausschließlich die zensierte Version, obwohl die Abgabe des normalen Albums an Erwachsene eigentlich möglich wäre.

Dass das die Berliner Gruppe nicht im geringsten stören dürfte beweisen folgende Zahlen: 300.000 verkaufte Exemplare des Albums in Deutschland, Platz 1 der Albumcharts in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Holland, Dänemark, Tschechien, Finnland und Mexiko, Platz 13 in den USA und Top-Ten-Platzierungen in vielen weiteren Ländern. Die kommen nicht von ungefähr: In ausländischen Online-Shops kann man die Platte weiterhin unzensiert erhalten und die Möglichkeit, das ganze Album gleich runter zu laden bietet sich ja auch weiterhin.

Besonders pikant in Zusammenhang mit der Indizierung ist folgende Tatsache: Festivalbesucher bei Rock am Ring/Rock im Park im Juni bekommen nur die zensierte Version zu Ohren, während Karteninhaber für die Festivals „Greenfield“ (Schweiz) und „Nova Rock“ (Österreich) gefährdet und in ihrer jugendlichen Entwicklung gestört werden… ;-)

Wolfsburg – Glubb 2:3

Posted in Fußball, Glubb on 22. November 2009 by Basti

Ein guter Freund sagte mir nach einem Glubb-Spiel einmal: „Man muss sich nicht wundern, wenn man als Glubb-Fan mal nen Herzinfarkt kriegt und dann stirbt…“ Gestorben dürfte auch jeder Fan nach dem Spiel des Glubbs gegen den amtierenden deutschen Meister sein –  und zwar an die tausend Mal.

Dabei begann der Glubb agressiv und man sah den Nürnbergern ihren Willen, endlich auch mal auswärts zu punkten, an. Nach einer kurzen Anfangsoffensive der Wolfsburger, die nicht einmal 3 Minuten dauerte, war es nur noch der Glubb, der nach vorne spielte. Und die Wolfsburger können sich zum einen bei ihrem Torhüter Diego Benaglio bedanken, zum anderen bei Nürnbergs Offensivkräften. Nach 20 Minuten zählte die Statistik 6 (!) Torchancen des Glubbs auf: Eigler in der 4., 7., 15. und 19., Bunjaku in der 9. und 14. Minute.

Wer es genauer wissen möchte: Eigler vergab, als er schon am VfL-Torhüter vorbei war, eine Großchance, indem er an einem Bein der Wolfsburger Abwehr scheiterte. Später war es dann der Torwart, der gegen ihn aus spitzem Winkel klären konnte. Albert Bunjaku fehlte ebenso das nötige Quäntchen Glück.

Nach 23 Minuten wurden die Wölfe in Person von Edin Dzeko dreimal gefährlich, innerhalb von 8 Minuten zeigte der Bosnier, warum Mailand an den Diensten des Stürmers interessiert ist: Einmal schoss er mit links am Kasten von Raphael Schäfer vorbei (23.), einmal mit rechts (24.) und einmal drosch er den Ball völlig frei aus vier Metern über das Tor (30.).

Der Halbzeitstand von 0:0 war nach 45 spannenden Minuten alles andere als eine wahrheitsgetreue Wiedergabe des Spielstandes. In Halbzeit 2 kamen dann Choupo-Moting für Eigler (46.) und Dario Vidosic in der 53. Dass sich Offensive total diesmal auszeichnete, das lag an Peer Kluge und dem wieder überragenden Bunjaku: Der erste schnappte sich den Ball und schickte den zweiten auf die Reise richtung VfL-Tor. Bunkauf ließ sich nicht lange bitten und verwandelte in der 56. eiskalt zur Führung für den Glubb.

Kaum zu glauben, aber wahr: Das Spiel nahm noch mehr Fahrt auf, nur 3 Minuten nach dem 1:0 glich Wolfsburg Dejagah aus. Weitere 5 Minuten später waren es wieder die Glubb-Fans, die Grund zum Jubeln hatten. Erneut war Bunjaku zur Stelle und köpfte nach einer Flanke von Gygax zur erneuten Führung.

Die Freude hielt wieder einmal nicht lange. Juri Judt ging in der 79. Minute im Strafraum ein bisschen zu rustikal zur Sache, den fälligen Elfmeter verwandelte Grafite sicher zum 2:2. Und man fühlte sich als Glubb-Fan ein bisschen an das Spiel gegen Bremen erinnert… War es nicht ein gewisser Juri Judt, der in der Nachspielzeit, völlig unbedrängt, den Ball zu Aaron Hunt querlegte? Und ein bisschen versuchte man sich schon an der Argumentation „Ja klar, ein Unentschieden beim Meister ist natürlich super, aber nach so einem Spiel wäre auch ein Sieg drin gewesen…“

Unschöne Szenen lieferten derweil Andreas Wolf und Raphael Schäfer ab: Wolf fiel mit einem Kung-Fu-Tritt, Schäfer mit Nachtreten dahin, wo es besonders weh tut, auf. Dass beide zu diesem Zeitpunkt schon mit Gelb verwarnt waren und eigentlich vom Platz hätten fliegen müssen, verschärft die Sache. Der VfL hat mittlerweile schon angekündigt, beim DFB zu klagen. Nachträgliche Sperren nicht ausgeschlossen…

Schöne Szenen lieferten dagegen Dennis Diekmeier, Daniel Gygax und Peer Kluge ab: Diekmeier nahm den Ball in der 93. Minute nach Abstoß von Schäfer mit auf die Reise, ließ sich auch von einem an ihm ziehenden und zerrenden Dejagah nicht aufhalten, legte vor dem VfL-Tor schließlich den Ball quer zu Gygax, der seine grandiose Leistung mit einem weiteren Querpass zu Kluge krönte. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten, stand außerdem goldrichtig und erzielte das so wichtige Tor.

Spätestens da kannte der Jubel keine Grenzen mehr, der Sieg war sicher und endlich einmal konnte auch der Glubb von dem gewissen Glück profitieren, dass zuvor immer der Gegner hatte.

Liebe ist eben doch nicht für alle da

Posted in Musik on 14. November 2009 by Basti

Eine seit Jahren erfolgreiche deutsche Band produziert ein Album, das sogleich auf Platz eins der Album-Charts einsteigt und – auf den Index kommt. „Für wie dumm halten diese Leute eigentlich unsere Fans? Oder meinen sie im Ernst, irgendjemand sieht das als Aufruf, in den Baumarkt zu gehen, eine Rolle Stacheldraht zu kaufen und einer Frau durch den Harnkanal zu ziehen?„, fragt Keyboarder Flake in der Bild am Sonntag auf den Song „Ich Tu Dir Weh“ angesprochen.

Richtig, es geht um Rammstein. Deren neues Album „Liebe ist für alle da“ (Kritik hier) steht ab sofort auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (kurz BPJM). Und findet sich dort in illustrer Gesellschaft: Schon die Ärzte mussten mitansehen, wie 1987 ihre Platten „Debil“ und „Die Ärzte“ auf dem Index gesetzt wurden. Die deutsche Metal-Band Eisregen kann auf eine lange Liste zurückblicken, die Platten des Rappers Bass Sultan Henzt sind sogar allesamt indiziert. Man könnte die Liste fortführen, fragt sich aber: Warum Rammstein?

Nun, objektiv gesehen birgt das Album natürlich reichlich Diskussionsstoff, dass dahinter allerdings in den meisten Fällen pure Ironie steckt, muss der BPJM und vor allem der Antragstellerin Ursula von der Leyen wohl entgangen sein. „Das ist nur noch eine Klischee-Parade: ‚Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr‘, ‚Steck Bratwurst in dein Sauerkraut‘ – das müsste jeder halbwegs intelligente Mensch als Ironie verstehen.„, so Flake in einem weiteren Zeitungsinterview. Man kann das gut oder schlecht oder wie auch immer finden, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Die BPJM dagegen findet, dass vor allem im Track „Ich tu dir weh“ „[…] in befürwortender Art und Weise dargestellt [wird], wie ein Mensch einen anderen quält und ihm ohne jegliches Mitgefühl schwerste Verletzungen zufügt. Es werden zudem sado-masochistische Handlungen in befürwortender Weise beschrieben.

Das 12-köpfige Gremium der BPJM bemängelte im Einzelnen den Track „Ich Tu Dir Weh“ sowie ein Foto aus dem Booklet, das den Gitarristen der Band mit einer auf seinen Knien liegenden Frau zeigt: jugendgefährdete Darstellungen von S/M-Praktiken, so der Vorwurf. Außerdem wurde festgestellt, dass der Titel „Pussy“ zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr animiere – und das in Zeiten von AIDS und anderen Geschlechtskrankheiten. Folge der Sitzung an der übrigens auch Anwälte von Rammstein teilnahmen: Kein Verkauf des Albums an Jugendliche, keine Werbung und kein Abdrucken des Textes von „Ich tu dir weh“. Dass das Lied auf Konzerten nicht mehr gespielt werden darf ist ja wohl klar.

Wie man jedoch kreativ damit umgeht, das dürften die Berliner mit einem Anruf bei den Ärzten klären können. Option zwei und drei sind ein Gerichtsverfahren und, bei einer Niederlage eine Clean-Version des Albums. Ende offen…

Unser Leben, unsere Perspektive

Posted in Politik, Schule und Uni on 13. November 2009 by Basti

Am 17. November steht der 3. bundesweite Bildungsstreik auf der Tagesordnung.

Bildungsstreik 2009 II

Waren es vor einem Jahr „nur“ 100.000, die zum Streiken auf die Straße gingen, beteiligten sich im Juni 2009 mit 250.000 bereits mehr als doppelt so viele SchülerInnen. Tendenz steigend. Gründe seinem Ärger auf der Straße Luft zu machen gibt es nach wie vor mehr als genug:

Bereits im Grundschulalltag wird der weitere Lebensweg in Stein gemeißelt. Nicht nur der Notendurchschnitt, auch der Geldbeutel der Eltern entscheidet, wer welchen Platz in der Gesellschaft bekommt. Große Klassen, wenig Lehrkräfte, Leistungsdruck, Konkurrenzdenken. Wer mit diesen Fakten nicht zurecht kommt oder kommen will, der landet schneller als gedacht auf dem Abstellgleis. Eine Bildung, die diesen Namen auch wirklich verdient, kann in diesem Schulsystem nicht entstehen!

Deshalb: „Eine Schule für alle“, unabhängig von Herkunft und finanzieller Situation der Eltern!

Doch damit nicht genug. Weder Schulen noch Universitäten dürfen zu Werbe – und Marketingflächen von Bundeswehr, Siemens und Co werden. Denn wir wollen selbstbestimmt lernen und nicht zwischen dem größeren und dem kleineren Übel wählen. Kaputte Turnhallen und veraltete Bücher können nicht die Alternative zu Sponsoring sein.

Deshalb: Konzerne raus aus Schulen und Unis! Lehrmittelfreiheit für alle!

Ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule darf aber ebenso wenig wie die Schulbildung vom eigenen Geldbeutel oder dem der Eltern abhängen. Auch in späteren Abschnitten des Bildungsweges müssen persönliche Interessen und Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Es kann nicht sein, dass Menschen aus einkommensschwachen Schichten der Gesellschaft fast vollständig ausgeschlossen werden, nur weil der Staat Geld braucht.

Deshalb: Weg mit Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen in allen Fächern an allen Hochschulen!

Nach dem Studium fragt man sich dann: Was Tun? Denn Jahr um Jahr fehlen mehr Plätze und folglich sinkt die Chance auf eine gut bezahlte Ausbildungsstelle, bei der man auch wirklich etwas lernt. Die Ansprüche der ArbeitgeberInnen steigen ins Unermessliche und die Bezahlung sinkt ins Unterirdische.

Deshalb: Ausbildungsplätze für alle! JedeR soll das lernen können, was er/sie will! Gegen Lohndumping und Ausbeutung!

Die Versorgung und Betreuung von (Klein)Kindern sollte ebenso wie das Recht auf freien Zugang zur Bildung für jeden Menschen eine Garantie sein. Auch hier wird uns gesagt, dass es dafür kein Geld gäbe, da der Staat versuchen muss die Wirtschaft mit Milliarden zu retten.

Deshalb:Betreuungseinrichtungen für alle Kinder, unabhängig vom Alter und finanziellem Stand der Eltern!

Nach dem letzten Schulstreik wurde unser Protest zu einer unpolitischen Schulschwänz – Aktion erklärt. Tausende Schüler machen blau unter billigen Vorwänden. Wir alle, egal ob SchülerInnen, StudentInnen oder Auszubildende, erfahren jeden Tag mit welcher Brutalität dieses Bildungssystem arbeitet. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir uns nicht auf die regierenden PolitikerInnen verlassen dürfen, wenn es um die Durchsetzung unserer Interessen geht. Kämpfen wir also weiterhin entschlossen und gemeinsam für eine grundlegende Verbesserung unserer Lebensrealität! Lassen wir uns nicht entpolitisieren oder gar kriminalisieren! Denn wer, wenn nicht wir selbst, können unsere eigenen Bedürfnisse am klarsten formulieren.

Deshalb:Heraus zum Bildunsstreik am 17. November!