Unser Leben, unsere Perspektive

Am 17. November steht der 3. bundesweite Bildungsstreik auf der Tagesordnung.

Bildungsstreik 2009 II

Waren es vor einem Jahr „nur“ 100.000, die zum Streiken auf die Straße gingen, beteiligten sich im Juni 2009 mit 250.000 bereits mehr als doppelt so viele SchülerInnen. Tendenz steigend. Gründe seinem Ärger auf der Straße Luft zu machen gibt es nach wie vor mehr als genug:

Bereits im Grundschulalltag wird der weitere Lebensweg in Stein gemeißelt. Nicht nur der Notendurchschnitt, auch der Geldbeutel der Eltern entscheidet, wer welchen Platz in der Gesellschaft bekommt. Große Klassen, wenig Lehrkräfte, Leistungsdruck, Konkurrenzdenken. Wer mit diesen Fakten nicht zurecht kommt oder kommen will, der landet schneller als gedacht auf dem Abstellgleis. Eine Bildung, die diesen Namen auch wirklich verdient, kann in diesem Schulsystem nicht entstehen!

Deshalb: „Eine Schule für alle“, unabhängig von Herkunft und finanzieller Situation der Eltern!

Doch damit nicht genug. Weder Schulen noch Universitäten dürfen zu Werbe – und Marketingflächen von Bundeswehr, Siemens und Co werden. Denn wir wollen selbstbestimmt lernen und nicht zwischen dem größeren und dem kleineren Übel wählen. Kaputte Turnhallen und veraltete Bücher können nicht die Alternative zu Sponsoring sein.

Deshalb: Konzerne raus aus Schulen und Unis! Lehrmittelfreiheit für alle!

Ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule darf aber ebenso wenig wie die Schulbildung vom eigenen Geldbeutel oder dem der Eltern abhängen. Auch in späteren Abschnitten des Bildungsweges müssen persönliche Interessen und Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Es kann nicht sein, dass Menschen aus einkommensschwachen Schichten der Gesellschaft fast vollständig ausgeschlossen werden, nur weil der Staat Geld braucht.

Deshalb: Weg mit Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen in allen Fächern an allen Hochschulen!

Nach dem Studium fragt man sich dann: Was Tun? Denn Jahr um Jahr fehlen mehr Plätze und folglich sinkt die Chance auf eine gut bezahlte Ausbildungsstelle, bei der man auch wirklich etwas lernt. Die Ansprüche der ArbeitgeberInnen steigen ins Unermessliche und die Bezahlung sinkt ins Unterirdische.

Deshalb: Ausbildungsplätze für alle! JedeR soll das lernen können, was er/sie will! Gegen Lohndumping und Ausbeutung!

Die Versorgung und Betreuung von (Klein)Kindern sollte ebenso wie das Recht auf freien Zugang zur Bildung für jeden Menschen eine Garantie sein. Auch hier wird uns gesagt, dass es dafür kein Geld gäbe, da der Staat versuchen muss die Wirtschaft mit Milliarden zu retten.

Deshalb:Betreuungseinrichtungen für alle Kinder, unabhängig vom Alter und finanziellem Stand der Eltern!

Nach dem letzten Schulstreik wurde unser Protest zu einer unpolitischen Schulschwänz – Aktion erklärt. Tausende Schüler machen blau unter billigen Vorwänden. Wir alle, egal ob SchülerInnen, StudentInnen oder Auszubildende, erfahren jeden Tag mit welcher Brutalität dieses Bildungssystem arbeitet. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir uns nicht auf die regierenden PolitikerInnen verlassen dürfen, wenn es um die Durchsetzung unserer Interessen geht. Kämpfen wir also weiterhin entschlossen und gemeinsam für eine grundlegende Verbesserung unserer Lebensrealität! Lassen wir uns nicht entpolitisieren oder gar kriminalisieren! Denn wer, wenn nicht wir selbst, können unsere eigenen Bedürfnisse am klarsten formulieren.

Deshalb:Heraus zum Bildunsstreik am 17. November!

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