Archiv für November, 2009

50+1 BLEIBT!

Posted in Fußball on 12. November 2009 by Basti

Zumindest vorerst ist der Fußball gerettet.

Man muss das so drastisch sagen, mögliche Konsequenzen einer Änderung habe ich ja schon im Vorgänger-Artikel „50+1 MUSS BLEIBEN!“ aufgezeigt. Dass sich nun die 36 Profimannschaften der 1. und 2. Bundesliga so deutlich für den Erhalt der Regelung ausgesprochen haben, beruhigt den Fußballfan in mir.

Dass sich das Ergebnis in den letzten Tagen und Wochen schon abzeichnete, ließ keineswegs erahnen, dass der Antrag mit nur einer Gegenstimme und drei Enthaltungen abgeschmettert wurde. Und dass auch der Antrag des FSV Frankfurt, der eine Alternative finden wollte, abgelehnt wurde, zeigt, dass auch der Ligaverband zuallererst am fairen Wettbewerb und nicht an einer Finanzschlacht interessiert ist.

Das Gerangel um die Abschaffung von 50+1 ist aber keinesfalls beendet. Schon vor der Abstimmung, so berichten verschiedene Medien, erklärte Martin Kind, er werde im Falle einer Niederlage vor das Schiedsgericht des DFB und, wenn es nötig sein sollte, sogar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

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50+1 MUSS BLEIBEN!

Posted in Fußball on 10. November 2009 by Basti

Heute ist es soweit, die DFL-Mitgliederversammlung entscheidet über einen Antrag von Martin Kind, Präsident von Hannover 96. Sein Anliegen: Die Abschaffung der „50+1 Regelung“

Seit der Bekanntgabe dieser Antragstellung laufen die Fans sturm. In verschiedensten Stadien zeugten Spruchbänder und Choreos von der Meinung der Fans zu der Debatte:

Aber was steckt eigentlich hinter 50+1?

Üblicherweise sind im deutschen Profifußball die Mannschaften eines Vereins in Kapitalgesellschaften ausgegliedert. Allein das ist ärgerlich und eine Entwicklung des modernen Fußballs. Die Mehrheit, also 50 % und mindestens eine weitere Stimme (50+1), an diesen Kapitalgesellschaften muss aber immer der Verein halten, Kapitalanleger können also nicht die Stimmenmehrheit inne haben. So schreiben es die Statuten der DFL vor. Die Begründung: Großunternehmer, Kapitalgeber oder vereinsfremde Investoren sollen so daran gehindert werden, die vollständige Kontrolle über den Verein zu übernehmen.

Und genau diese Regelung soll nun, geht es nach dem Willen der Vereinsführung von Hannover 96, gekippt werden. Sollte die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zustande kommen, so genügt ein Blick nach Österreich oder England, wie sich der deutsche Fußball entwickeln wird.

In Österreich beispielsweise verlor der (damalige) Verein Austria Salzburg solch grundsätzliche Dinge wie Vereinsfarben und -namen an den Sponsor Red Bull.

Auch in England sieht man die Konsequenzen des modernen Fußballs in aller Deutlichkeit. Der FC Liverpool, vor 2 Jahren von amerikanischen Geschäftsleuten gekauft, hatte Ende der Saison nach zahlreichen Abgängen kaum Zugänge zu vermelden, da der Besitzer sein Veto einlegte. Manchaster United leidet heute unter der Übernahme von Glazer in einer besonders absurden Form. Der Kredit, den Glazer aufnahm, um sich die 100 %-ige Mehrheit des Vereins zu sichern, wurde auf ManU umgeschrieben, sodass der Verein nun jährlich 20 Millionen Pfund dafür bezahlen muss, dass er von Glazer gekauft wurde.

Vereine wie der Glubb oder Hannover 96 würden von der Abschaffung der 50+1 Regel aber keinesfalls profitieren. Die Abschaffung würde ja nicht dazu führen, dass eben alle Vereine ihre Mannschaften an Investoren verkaufen. Es wäre nur ein weiteres und sinnloses Andrehen der Geldspirale, wovon einzig und allein die international spielenden deutschen Mannschaften einen Vorteil hätten. Denn um im internationalen Geschäft mitspielen zu können, pumpen Investoren mehr Geld in die jeweiligen Vereine, was natürlich mit einer nationalen Vormachtstellung einhergeht. Der Fussball aber braucht faire Regeln um nicht vollends zum Fu$$ball zu werden!

Nobody’s perfect

Posted in Die Simpsons on 10. November 2009 by Basti

Eine englische Serie zu übersetzen ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Eine englische Comedy-Serie zu übersetzen eine ziemlich schwere. Und eine englische Kult-Comedy-Serie zu übersetzen eine unglaublich schwere. Dass da so mancher Witz in der Übersetzung hängen bleibt, ist manchal leider nicht zu vermeiden. Übersetzungsfehler, die schlicht falsch sind, sind aber korrigierbar. Umso erfreulicher, dass der Auto und Regisseur der deutschen Fassung der Simpsons, Matthias von Stegmann, nun eine Neu-Synchronisation der Episode „Ja, diese Biene, die ich meine, die heißt Monty“ angeordnet hat. Auf der Fan-Site „Springfield Shopper“ wendete er sich an die deutschen Fans:

Hallo den Verantwortlichen des Springfield-Shoppers,
hallo liebe deutsche Simpsons-Fans,

(…)Worüber sich nicht streiten lässt, sind glatte Übersetzungsfehler. Und damit meine ich nicht die Stellen, an denen ich mich bewusst vom Original entferne, weil es der deutsche Dialog verlangt. Ich rede von Fehlern wie diesem:

Fehler und Kleinigkeiten:
mal wieder ein übersetzungsfehler der einen witz kaputt gemacht hat : kerny sagt im deutschen „neben der geburt meines sohnes war dies der schönste moment…“ im englischen sagt er „im gegensatz zur geburt meines sohnes war dies der schönste moment…“

(Zitat Episodenguide Springfield-Shopper, Episode „Ja, diese Biene, die ich meine, die heißt Monty“ Erstausstrahlung 3.11.2009)

Tja, was soll ich sagen? Treffer versenkt, Fehler erkannt. Ist mir schlicht und einfach durchgerutscht. Im Englischen heißt es an der Stelle: „Other than the birth of my kid, this is my happiest moment.” “Other than” kann sowohl “neben” als auch “Im Gegensatz zu” heißen. (z.B. „other than that mentioned“ = „neben dem Erwähnten“) Ich habe mich an der Stelle für die falsche Variante entschieden, der Witz funktioniert natürlich nur mit „Im Gegensatz zu“. Sorry, wir machen alle Fehler, nur Eure laufen nicht im Fernsehen…

Damit wäre der Fehler zwar teilweise erklärt, aber nicht korrigiert. Deswegen haben wir beschlossen, die entsprechende Stelle neu zu synchronisieren. Das werden wir in Bälde machen und bei der nächsten Ausstrahlung und allen weiteren Wiederholungen ist der Fehler ausgemerzt und Kearney wird das Richtige sagen.

Alle, die die Folge diese Woche aufgenommen haben, können sich über den Besitz eines „Fehldrucks“ freuen, so läuft dieser eine Satz nie wieder im deutschen Fernsehen.
Ihr seht, wir nehmen die Fans ernst, wenn wir die Kritik nachvollziehen können.
Das war’s auch schon wieder, viel Spaß weiterhin bei den Simpsons

Euer

Matthias von Stegmann

Eine nette Geste, wie ich finde. Gratulation an Herrn Stegmann zu seiner Courage und der Nähe zu den Fans!

Mainz – Glubb 1:0

Posted in Fußball, Glubb on 8. November 2009 by Basti

GlubbTOOOOR! Ausgleich! Was? Kein Tor? ABSEITS?!?

Die offizielle DFL-Statistik führt beim Glubb nach 12 Spieltagen 9 Tore. Sicherlich zu wenig und wenn nicht immer wieder reguläre Tore aberkannt worden wären, hätte der Glubb nach 12 Spieltagen 12 Tore. In der Folge wären das 2 Unentschieden mehr und 2 Niederlagen weniger. Eine davon hätte der Glubb-Fan gestern in Mainz bejubeln können.

Dabei begannen die Mainzer in ihrer „Festung Bruchweg“ genau so, wie man es erwartet hatte. Engagiert, mit Drang nach vorne, kluge Pässe spielend. Einer davon kam gleich in der dritten Minute an, Ivanschitz konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen, Schäfer klärte mit einem tollen Reflex. In der 26. war es dann Schürrle, der allein vor Schäfer auftauchte, auch hier hatte der Pass einen Abnehmer gefunden. Die Abwehr war nicht mehr auf dem Posten, dafür einmal mehr Schäfer, der klären konnte. 10 Minuten später bekam der Glubb auch eine Chance geschenkt, Bunjaku schnappte sich einen Rückpassfehler von Bungert und probierte es mit dem langen Eck. Leider vorbei, wie so oft. Und wie so oft, wenn der Glubb das Tor nicht macht, schafft es der Gegner. Nach einer Ecke von Mainz klärte Diekmeier erst zu kurz, den Schuss von Soto fälschte er auch noch unhaltbar für Schäfer ab. Halbzeitstand: 1:0 Mainz.

Nach dem Seitenwechsel war das Bild ein komplett anderes: Der Glubb spielte plötzlich wieder mit, ließ Mainz kaum mehr kommen und erarbeitete sich Chancen. In der 47. war es einmal mehr der diesmal glücklose Bunjaku, der nach einem Pass von Eigler nur Torwart Müller traf, der abprallen ließ. Gygax stand beim Nachschuss im Abseits (wirklich!). Schon 3 Minuten später, in der 50. konnte Bunjaku nur durch ein Foul gestoppt werden, als er über rechts auf das Mainzer Tor zu sprintete.

In der 57. Minute hielt der gesamte Glubb-Block dann den Atem an: Diekmeier musste nach einem Zusammenprall mit Bancé verletzt vom Platz getragen werden, inzwischen ist der Verdacht auf Gehirnerschütterung bestätigt.

Nach 71 Minuten spielte der Glubb dann offensiv wie schon lange nicht mehr. Die diesmal unauffälligen Gygax und Frantz gingen vom Platz dafür kamen Vidosic und Choupo-Moting.

Na also, alles oder nichts, so soll es sein! Offensive total! Irgend ein Stürmer muss jetzt doch treffen! Es traf auch einer – allerdings kein Stürmer, sondern Mittelfeldmann Kluge. In der 88. Minute landete sein Abstauber im Tor, die Freude war groß. Um mich selbst zu zitieren: TOOOOR! Ausgleich!

Doch dann: Was? Kein Tor? ABSEITS?!? Nach zweimal Bunjaku war es diesmal also Kluge, der an einer Fehlentscheidung des Schiris verzweifelte. Und mit ihm der gesamte Glubb. Das 1:0-Endergebnis geht nach Halbzeit 1 in Ordnung, Mainz gewann verdient. Ein Fußballspiel beinhaltet aber nunmal 2 Halbzeiten, nach Halbzeit 2 wäre ein Unentschieden der gerechte Lohn für den Glubb gewesen.

So bleibt es dabei, nach 12 Spieltagen stehen in der offiziellen DFL-Statistik 9 Tore. Und eine Niederlage mehr.

No Shave November

Posted in Zeitgeschehen on 2. November 2009 by Basti

Eine in den USA schon lange bestehende und bei uns weitgehend unbekannte Tradition ist der „No Shave November“. Ein Freund erzählte mir, dass sich Männer in den USA im November nicht rasieren. Bei der anschließenden Internetrecherche stieß ich auf zahlreiche Videos, unter anderem das folgende Promoting-Video:

 

Wer mehr über dieses absurde und nicht alltägliche Happening erfahren möchte, für den gibt es unter diesem Link noch mehr YouTube-Videos.

Glubb – Werder 2:2

Posted in Fußball, Glubb on 2. November 2009 by Basti

GlubbEigentlich hätte man als Glubb-Fan glücklich nach Hause gehen können, nach dem Bundesliga-Spiel des Glubbs gegen Werder Bremen. Ein Unentschieden als Aufsteiger bei der Mannschaft geholt, die seit 16 Pflichtspielen in Folge ungeschlagen ist und sowohl in der Meisterschaft, als auch im Pokal und in der Europa-League mitmischt. Und doch: Ein bitterer Nachgeschmack blieb beim Verlassen des Stadions.

Aber wieso? Nun, weil der Glubb zu Beginn der Partie wieder einmal eine sehr gute Partie ablieferte, gegen Ende aber zu sehr nachließ. Doch der Reihe nach:

Der Glubb begann also, wie schon gegen Hoffenheim vor einer Woche, engagiert und bissig. Und so früh wie noch nie in dieser Saison, nämlich schon nach nur 3 Minuten, konnten die Glubb-Fans jubeln. Christian Eigler war es, der den Ball nach einem Pass von Andy Wolf über den heraus stürmenden Tim Wiese hob, und zum 1:0 traf.

Dass auch der Glubb aus seinen Fehlern lernen kann, bewies die Mannschaft in der Folgezeit und ließ Werder kaum eine Chance, ins Spiel zu kommen. Nach 12 Minuten war es Albert Bunjaku, der nach einem weiten Abschlag von Schäfer zwar schneller als die gesamte Werder-Abwehr, jedoch nicht schneller als der Werder-Keeper war. Nur 2 Minuten später durfte Bunjaku aber jubeln – allerdings nur kurz. Sein regulärer Treffer wurde von Schiri Winkmann zu Unrecht wegen Handspiels aberkannt.

Doch auch durch diese Fehlentscheidung ließ sich der Glubb nicht aus dem Tritt bringen und lieferte durch Peer Kluge und Marek Mintal weitere Chancen ab. In der 34. Minute wurde Albert Bunjaku, der erneut ein tolles Spiel ablieferte, dann endlich belohnt. Sein Kopfball nach einer Ecke von Mike Frantz konnte zwar von Thorsten Frings geklärt werden, allerdings hinter der Linie.

Auch nach der Pause versuchte der Glubb sein Glück vor dem Werder-Tor, hatte aber keinen Erfolg mehr. Aber auch die Bremer kamen mehr und mehr ins Spiel. In der 60. Minute war es noch Juri Judt, der für den schon überwundenen Schäfer auf der Linie klärte, 12 Minute später gelang allerdings der Anschlusstreffer durch Hunt.

Und den Beweis, dass Bremen nicht ungerechtfertigt in der Liga vorne mit spielt, konnte man nach dem 1:2 sehen. Der Glubb kam kaum über die Mittellinie, Bremen dagegen ständig vor das Tor von Schäfer. Der konnte zwar in der verbliebenen Viertelstunde dafür sorgen, dass die Glubb-Fans von einem Heimsieg träumen durften. In der Nachpsielzeit war aber auch er machtlos, als ein Querschläger von Judt von (wieder) Hunt unhaltbar in die Maschen geknallt wurde.

Dass danach nicht mehr vernünftig angepfiffen wurde, ist wieder dem Schiri zuzuschreiben. Wenn 3 Minuten Nachspielzeit gegeben werden, muss man die auch spielen und nicht nur 2 Minuten 30. Dennoch: Das Remis nur auf die Schiedsrichterleistung zu schieben, wäre nicht fair.

Und neutral gesehen geht das Unentschieden ja auch in Ordnung. Das Problem ist nur: Ich seh das nicht neutral. Und wie schon gesagt, der Glubb spielte zu Beginn der Partie richtig guten Fußball und hatte Werder am Rande einer Niederlage. Wenn dann aber am Ende wieder nur ein Punkt da steht, ist man nicht unbedingt begeistert. Dass ein Fußballspiel aber 90 und nicht nur 30 (wie gegen Hoffenheim) oder 60 (wie jetzt gegen Bremen) Minuten dauert, sollte ja bekannt sein. Auf der anderen Seite ist die untere Tabellenhälfte richtig eng, die Saison noch jung und der Glubb „nur“ auf einem Relegationsplatz. Alles Fakten, die hoffen lassen…