Archiv für März, 2010

Werder – Glubb 4:2

Posted in Fußball, Glubb on 28. März 2010 by Basti

1, 20, 37, 47, 64, 90 – das sind nicht die Lottozahlen vom Samstag, sondern die Zeitpunkte in denen im Bremer Weserstadion gestern Tore fielen. Beim Spiel des Glubbs in Bremen lief vieles zunächst nicht gut für die Nürnberger, später lief dann vieles nicht gut für die Bremer – doch von Beginn an.

Selten musste ich bei einem Spielbericht so früh anfangen: Laut SKY waren es 37, laut fcn.de 40 und laut ZDF 44 Sekunden, die verstrichen, bis es das erste Mal klingelte. Und zwar im Kasten von Raphael Schäfer. Ganz egal, wie viele Sekunden es nun dauerte, bis die Bremer das erste Mal jubeln durften – zu früh und unnötig war der Führungstreffer auf jeden Fall. Nach einer Ecke von Özil stand Mertesacker erstens goldrichtig und zweitens völlig frei im Glubb-Strafraum und köpfte ein: 1:0 nach (nach meiner Uhr) 40 Sekunden.

Es dauerte 19 Minuten, bis die Bremer wieder jubeln durften: Nach einer Ecke von Marin stand Mertesacker erstens wieder goldrichtig und zweitens wieder völlig frei im Glubb-Strafraum und köpfte ein: 2:0 nach 20 Minuten. Das Schlimme am Treffer: Wieder traf der etatmäßige Abwehrspieler, wieder stand er frei, wieder traf er unten links. Der einzige Unterschied war der, dass Raphael Schäfer diesmal aus seinem Kasten kam, allerdings zu zögerlich. Es blieb bei diesem einen Fehler, den der sonst so starke Keeper am Samstag Nachmittag machte.

Als Fan befürchtete man das schlimmste, ein Unentschieden oder gar Sieg war in weite Ferne gerückt. Wie sollte der Glubb nun aus dieser Situation heraus kommen? Schon zu Beginn überraschte (und verwirrte) die Aufstellung von Dieter Hecking die Zuschauer: Zwar blieb das 4-2-3-1 unangetastet, Doch Judt rückte in die Startformation auf die rechte Außenbahn. Diekmeier durfte sein Glück dafür im offensiven Mittelfeld (!) versuchen. Für den schwachen Mickael Tavares rückte Harvart Nordtveit auf die Position vor der Abwehr. Der Top-Torjäger Albert Bunjaku musste ebenso auf der Bank Platz nehmen, für ihn spielte zunächst Choupo-Moting.

Aber trotz (oder wegen?) der ungewohnten Aufstellung schaffte es der Glubb nicht, offensive Akzente gegen die bekannt schwache Abwehr der Bremer zu setzen. Lediglich nach einer halben Stunde Spielzeit, machte der Glubb mit einigen Torschüssen auf sich aufmerksam. Wolf in Minute 29, Diekmeier in der 33., sowie Ottl in der 35. scheiterten aber entweder an sich selbst, oder am Bremer Keeper. Das zwischenzeitliche Aufbäumen beendete Werder Bremen in der 36. Minute in Person von Tim Borowski, der aus 11 Metern unhaltbar zum 3:0-Halbzeitstand traf.

In der zweiten Halbzeit ging das Zepter dann allerdings an den Glubb. Nach einer wohl gelungenen Halbzeitansprache von Trainer Hecking („Wir hatten uns schon vorgenommen, Werder Bremen nicht nur zu ärgern, sondern auch was mitzunehmen“), legten die Glubberer vor und trafen nach 70 Sekunden (diesmal waren sich alle einig) zum Anschlusstreffer. Mike Frantz traf zum 3:1.

Und die zweite Halbzeit verwandelte sich ein eine Kopie der ersten: Nach 20 Minuten durfte der Glubb wieder jubeln, Eric-Maxim Choupo-Moting traf vom Elfmeterpunkt, nach einem Handspiel von Clemes Fritz. Nun warteten alle Glubb-Fans auf die 81. Minute.

Warum? Nun, dem Gesetz der Serie folgend hätte in eben dieser Minute der Ausgleich fallen müssen, die Ironie wäre perfekt gewesen. Wäre – der Glubb spielte zwar mutig nach vorne, erarbeitete sich auch einige Chancen, war aber im Abschluss zu ineffizient. Daran konnten weder die eingewechselten Bunjaku, Charisteas und Broich, noch die Tatsache, dass der Glubb ab der 82. Minute in Überzahl spielte (Frings flog nach einer – unberechtigten – roten Karte vom Platz) etwas ändern.

Das Tor zum 4:2-Endstand hatte dann nur noch Wert für die Statistiker, Fritz traf in der Nachspielzeit das leere Tor, nachdem Schäfer mit nach vorne geeilt war.

Was nimmt der Glubb nun statt Punkten mit aus dem Norden? Die Erkenntnis, dass Juri Judt ein gutes Spiel ablieferte und wahrscheinlich nächste Woche eine neue Chance bekommt. Die Erkenntnis, dass Diekmeier nun mal ein Verteidiger und kein offensiver Mittelfeldmann ist. Die Erkenntnis, dass die Moral in der Mannschaft wesentlich besser ist, die Aufholjagd nach einem 3:0-Rückstand wäre ja fast von Erfolg gekrönt gewesen. Und die Erkenntnis, dass die im Abstiegskampf wichtigen Punkte eben nicht in Bremen, sondern daheim gegen Mainz und Wolfsburg geholt werden müssen.

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Glubb – Hoffenheim 0:0

Posted in Fußball, Glubb on 21. März 2010 by Basti

Noch nie hat, in meinen Augen, ein Ergebnis so sehr den Spielverlauf dargestellt, wie das 0:0 des Glubbs gegen die Hoffenheimer Spielbetriebs-GmbH an diesem Samstag. Denn es fielen nicht nur keine Tore, es gab nicht einmal Chancen, diese zu erzielen – den Stürmern kann man also schon mal keinen Vorwurf machen. An wem liegt es aber, dass der Glubb nun auch im fünften Spiel in Folge ungeschlagen bleibt und gegen eine auf dem Papier weitaus bessere Mannschaft einen Punkt holt?

Die Antwort auf diese Frage ist schnell gefunden: Dieter Hecking hat in Nürnberg erstaunliches geleistet. In einer extrem kurzen Winterpause hat er einem zuvor desolat auftretenden Glubb eine defensive Stabilität gegeben, die wohl kaum ein Fan für möglich gehalten hätte. Das mittlerweile standardmäßige 4-2-3-1 erwies – und erweist – sich als genau die Formation, die der Glubb braucht, um die Liga zu halten.

Bei all den Lobeshymnen auf die Defensive der Nürnberger bleibt ein Beigeschmack: Die Spielbetriebs-GmbH aus Hoffenheim war über mindestens 60 Minuten die bessere Mannschaft und hatte auch einige Chancen, die aber weitestgehend von der schon erwähnten Defensive entschärft wurden. Besonders zu erwähnen sei hier Dominic Maroh. Nach der Verletzung Brenos kam er von der Ersatzbank und macht seine Sache in der Innenverteidigung hervorragend. Besser noch als Kapitän Wolf, der schon seit Wochen seine Form sucht. Auch Hintermann Schäfer hielt den Glubb mit ein paar starken Paraden im Spiel (58.) – und sollte er einmal geschlagen gewesen sein, standen Pinola oder eben Maroh am richtigen Ort (2.,12.).

Die Zweierkette vor der Abwehr blieb dieses Mal fast unsichtbar, was wohl auch der Grund für die Einwechslung Mintals für Tavares zur Halbzeit gewesen sein durfte. Doch auch mit dem ehemaligen Torschützenkönig änderte sich nicht viel am Nürnberger Spiel. Einzig Ilkay Gündogan und Choupo-Moting wussten zu gefallen, in der Nürnberger Offensive: Ersterer arbeitete wie besessen, lief von vorn nach hinten und wieder zurück und hatte in der 17. Minute so etwas wie eine Torchance; zweiterer zeichnete sich durch viel Druck nach vorne aus und durfte in der 68. den Keeper der Spielbetriebs-GmbH  testen.

Und in Ermangelung eigener Erfolgserlebnisse wurden eben die Pleiten der Konkurrenten bejubelt. Das späte 3:2 der Bremer gegen Bochum sowie das 2:0 von Stuttgart gegen Hannover wurden ebenso mit Beifall bedacht wie der Last-Minute-Sieg der Frankfurter gegen München. Auch wegen der Patzer der anderen Abstiegskandidaten (nur Freiburg konnte einen Erfolg feiern) sieht es weiterhin gut aus für den Glubb. Der Klassenerhalt ist auf jeden Fall noch drin, es warten aber mit Bremen und Mainz schwere Gegner…

Gorillaz – Plastic Beach

Posted in Musik, Platten on 14. März 2010 by Basti

Die erfolgreichste Comic-Band der Welt ist zurück! Die Gorillaz legen 5 Jahre nach ihrem letzten Album „Demon Days“ nach und präsentieren nun „Plastic Beach“. 16 Tracks, die zeigen, dass die Truppe um Sänger 2D und Bassist Murdoc erwachsen geworden ist und sich weiterentwickelt hat. Ein Schritt Richtung Electro.

Die schon immer für Syle-Hopping bekannte Band vereinte auf der letzten Platte noch Hip-Hop mit Rock und machte so den jeweils anderen Stil für die Hörer des einen interessant. Wer nun glaubt, dass das neue Album genau in die gleiche Kerbe schlägt, liegt daneben. Natürlich erwarten den Hörer auch auf „Plastic Beach“ Rap-Einlagen (diesmal unter anderem performt von Snoop Dogg, Mos Def und De La Soul), beispielweise gleich nach dem „Orchestral Intro“ auf „Welcome To The World Of The Plastic Beach“, bei der der schon angesprochene Snoop Dogg seinen Einstand gibt. Auch „White Flag“ schlägt den Weg Richtung Hip-Hop ein.

Alles beim Alten, könnte man also denken, doch die Gorillaz sind eben immer wieder für Überraschungen gut. Und so knallen sie einem in „Rhinestone Eyes“ erstmals eine Ladung Electro auf die Ohren. Klingt irgendwie gar nicht schlecht, mit der unverwechselbaren Stimme von 2D, bzw. Damon Albarn (bekanntlich dem Mann hinter dem Comic-Quartett).

Es folgt: „Stylo“. Die erste Single-Auskopplung und eine der besten Nummern der Platte. Obwohl sie beim ersten Hören nicht hängen bleibt, wie beispielsweise „Feel Good Inc.“ aus „Demon Days“. Und doch weiß sie nach einigen Versuchen zu gefallen. Mit Bruce Willis konnte darüber hinaus noch ein echter Hochkaräter für das Video engagiert werden. „Superfast Jellyfish“ folgt und beginnt wieder mit Hip-Hop, diesmal aus der Kehle von De La Soul. Der Electro-Beat fällt wieder auf, gewinnt gegen Ende sogar die Oberhand. Das direkt anschließende „Empire Ants“ nimmt ein wenig das Tempo raus und lädt zum Entspannen ein. Bis zur Hälfte kommt es sogar ohne Gastmusiker aus, auf „Plastic Beach“ eine erwähnenswerte Seltenheit. Wenn aber der weibliche Part im Song, Yukimi Nagano (nie gehört…), dazustößt, wird auch „Empire Ants“ sehr viel elektronischer.

„Glitter Freeze“ ist es dann vollständig. Vom Anfang bis zum Ende ein astreiner Electro-Track. Wollen die Gorillaz jetzt den Dancefloor entern? Wohl eher nein, dazu sind die Texte auf dem ganzen Album zu gesellschaftskritisch. Sie drehen sich um Konsumverhalten, Vereinsamung und, und, und. Und wie bei jedem Album der Gorillaz haben sich die kreativen Köpfe hinter dem Projekt, Damon Albarn und Jamie Hewlett, auch hier wieder eine Geschichte ausgedacht. Laut amazon.de geht diese so:

„[…]Inzwischen ist die Band in Plastic Beach beheimatet, einem gigantischen Kontrollzentrum à la Tracy Island (bekannt aus der TV-Serie Thunderbirds), das am Point Nemo inmitten des Südpazifiks auf einem großen Müllberg schwimmt. Kein anderer Platz der Welt ist weiter entfernt vom Festland. Hier läuft mehr oder weniger wieder alles nach Murdocs Nase, er hält 2D gefangen und wird zeitgleich von einer Cyborg-Version von Noodle beschützt, die er mit der DNA der japanischen Gitarristin hat herstellen lassen. Zuletzt wurde das Original 2006 gesehen, wie ihr im “El Mañana”-Video Bomben auf den Kopf fielen. Drummer Russel hingegen hat sich aus dem aktiven Leben zurückgezogen. Doch das alles scheint Murdoc überhaupt nicht zu kümmern. „Bei The Gorillaz denke ich vor allem nur an mich”, erklärt er. „Wenn man mich aus dieser Gruppe herausnähme, hätte man nur drei Dumpfbacken, die in die Kamera starren. […]“

Das folgende „Some Kind Of Nature“ könnte dagegen problemlos auch auf dem Vorgänger-Album zu finden gewesen sein. Zwar ist auch hier ein Electro-Einschlag zu hören, doch der Track klingt ein wenig mehr nach Gorillaz, als die bisherigen. Das später folgende „Plastic Beach“ sorgt für die gleichen Assoziationen; die Erinnerungen an „Demon Days“ werden wieder wach.

„On Melancholy Hill“ purzelt dann aus der Anlage, anders kann man es nicht ausdrücken. Irgendwie passt es so gar nicht zu der vorher erzeugten Stimmung. Für den Sommer ist dieser Song allerdings ein Hit, er erinnert ein bisschen an Erasure oder andere Synthi-Pop-Bands. Auch „Broken“ lässt Sehnsucht aufkommen, nach Sommer, Sonne, Gartenpartys. Darüber hinaus kommt man hier am meisten in den Genuss des Gesangs von 2D.

„Swepstakes“ macht dann den Schritt zurück zum Hip-Hop, vermischt mit dem auf „Plastic Beach“ schon fast unverzichtbaren Electro. Doch gegen Ende überrascht auch dieser Track: Ein Brass-Ensemble sorgt für den meiner Meinung nach besten Moment auf der Platte.

Bei „To Binge“ passt der Titel einfach nicht zum Song. Hawaii-Feeling am Plastic Beach, die herrlich sanfte Stimme von Yukimi Nagano trägt noch zusätzlich zur Entspannung bei. Auch „Cloud Of Unknowing“ gibt sich Mühe, dass man dem Ende von Plastic Beach ein wenig sorgenvoll entgegenblickt: Ein weiteres, wunderbar entspannendes Stück, diesmal mit Bobby Womack, der mit seiner Stimme fast schon im Stile eines Louis Armstrong, von den alten Zeiten erzählt und den Hörer ein wenig wehmütig werden lässt.

Das abschließende „Pirate Jet“ ist das meiner Meinung nach schwächste Lied auf der ganzen Platte, es zieht vorüber ohne einen Eindruch zu hinterlasen. Fast schon ein wenig schade, dass eine so gute CD so schwach endet. Alles in allem ist „Plastic Beach“ also sehr gelungen, trotz (oder gerade wegen) der unglaublich großen Anzahl an Gastmusikern passt alles zusammen und macht viel Spaß. Bleibt zu hoffen, dass die vorliegene Platte nicht die Letzte der Gorillaz sein wird, wie in einigen Foren schon gemunkelt wird – die Welt wäre um eine musikalische Sensation ärmer.

Hertha BSC – Glubb 1:2

Posted in Fußball, Glubb on 14. März 2010 by Basti

Kellerduell in Liga 1. Mit dabei: Eine Mannschaft, die man dort unten vermutet, im Keller. Und eine Mannschaft, die man in dieser Saison eher in der oberen Hälfte erwartet hätte. Am Ende war die Situation eine andere. Der Glubb aus Nürnberg hat sich erst einmal abgesetzt von den Verfolgern und kann im Idealfall sogar noch weitere Mannschaften mit hinten hineinziehen. Die Hertha aus Berlin hingegen behält die rote Laterne der Liga und präsentierte sich wie ein Absteiger.

In Hälfte eins präsentierte sich dagegen der Gast aus Nürnberg wie ein Absteiger. Die Hertha kombinierte nach Belieben und der Glubb konnte sich erstens bei der katastrophalen Chancenverwertung der Berliner und zweitens bei seinem Keeper Schäfer bedanken. Die Gründe für die drei Punkte aus der Hauptstadt lassen sich mit folgenden Zahlen belegen: 11, 16, 17, 21, 27. In diesen Minuten traf Herta das Tor nicht, nur Aluminium und eben Raphael Schäfer verhinderten, dass es zur Pause nicht schon 5:0 stand. Beim 1:0-Halbzeittreffer in der 37. Minute war aber auch Schäfer machtlos. Nach einem Gewusel im Strafraum drückte Gekas den Ball über die Linie und sorgte für zwei Dinge: Die Berliner Halbzeitführung – übrigens absolut verdient – und eine wohl ordentliche Kabinenpredigt von Glubb-Trainer Dieter Hecking.

Denn nach der Pause präsentierte sich der Glubb wie ausgewechselt, das Spiel neutralisierte sich bis zur 61. Minute. Dann kam (wieder einmal) die Zeit des Schweizers Albert Bunjaku: Nach einer perfekt getretenen Ecke von Marcel Risse erzielte der Top-Torjäger des Glubbs mit dem Kopf den Ausgleich für Nürnberg.

Im Anschluss an den Treffer entwickelte sich ein völlig anderes Bild im Olympiastadion: Nun waren die Gäste am Drücker, der Glubb spielte noch einmal groß auf und wurde, anders als in der Hinrunde, auch belohnt: In der 92. Minute war es Angelos Charisteas (!) der den Siegtreffer schoss und Nürnberg in letzter Minute vor dem Unentschieden bewahrte.

Dass Charisteas die Hertha mit diesem Tor wohl in Liga 2 beförderte, dürfte ihm herzlich egal sein. Andererseits darf man sich an der Spree auch nicht wundern, wenn man ein 6-Punkte-Spiel mit mehreren 100%-igen Chancen nicht gewinnt. Dass aber auch der Glubb noch lange nicht gerettet ist, dafür sorgte Hannover mit einem 2:1-Sieg gegen Frankfurt. Somit steht der Glubb nach 26 Spieltagen genau einen Punkt vor Hannover auf dem 15. Platz. Die gleichzeitige 1:4-Niederlage der Bochumer gegen Dortmund hat allerdings zur Folge, dass die Tabellensituation mit einem Blick auf Platz 14 ein wenig erfreulicher aussieht: Genau 3 Punkte Rückstand fehlen auf Bochum, das eben diesen 14. Platz belegt, einen Platz davor liegt Köln mit ebenfalls 27. Punkten. Es ist also noch viel möglich für den Glubb.

Für die Hertha dürfte der Abschied aus Liga 1 dagegen nicht mehr zu vermeiden sein. 15 Punkte nach 26. Spielen und 9 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer in Form von Platz 15 – mit dieser Bilanz ist meines Wissens noch kein Verein in der ersten Bundesliga geblieben.

Glubb – Leverkusen 3:2

Posted in Fußball, Glubb on 8. März 2010 by Basti

Ein bisschen Philosophie zum Einstieg: Kann man Glück erzwingen? Gibt es „verdientes Glück“? Wenn ja, dann hatte der Glubb am Sonntag beim 3:2-Sieg gegen Leverkusen genau das.

Denn der Sieg war definitiv beides: Verdient und glücklich. Glücklich deshalb, weil das Ausgleichstor für Leverkusen einfach nicht fallen wollte. Glücklich, weil Schäfer wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand. Glücklich, weil – egal, man könnte diese Liste fortführen, würde damit aber der Leistung des Glubbs nicht gerecht. Denn der Sieg war auch verdient. Verdient, da es der Glubb fertig brachte, die Defensivleistung der Spiele gegen Bayern und in Bochum mit der Offensivleistung der Spiele gegen Berlin und in Wolfsburg zu kombinieren. Verdient, weil durch die wieder starken Breno und Ottl der Weg für Bayer Leverkusen in den Strafraum des Glubbs in der ersten halben Stunde fast unmöglich war. Verdient, weil der Gegner für 60 Minuten unter Kontrolle war. Verdient, weil sich der Glubb auch nach dem brutalen Foul von Stefan Reinartz (der Breno mit einem Tritt gegen das Knie ins Krankenhaus beförderte) nicht aufgab, sondern mit Dominic Maroh einen adäquaten Ersatz fand.

Wie schon erwähnt, fand das Spiel in der ersten halben Stunde vornehmlich im Mittelfeld statt, beide Teams konnten in den Strafräumen des Gegners nicht viel anrichten. Bis Choupo-Moting sich aufmachte, um diesen Zustand zu ändern, und dem Sieg das adjektiv „verdient“ anzuhängen. Man spielte bereits 42 Minuten in der wärmenden Wintersonne im Frankenstadion und irgendwie lag sie in der Luft, die Sensation: Sollte es Nürnberg tatsächlich gelingen, die nun 24 Spiele andauernde Serie von Leverkusen zu beenden? Choupo-Moting, 20-jährige Leihgabe aus Hamburg, sagte ja, schoss – und traf. 1:0, der Glubb in Führung, die Bayer-Abwehr wie ein Hühnerhaufen. Da geht doch was!

Bereits 6 Minuten später war es wieder einmal so weit. Nach einer Diekmeier-Flanke bedankte sich Choupo-Moting bei der wieder desorientierten Bayer-Abwehr mit dem 2:0. Führung, Halbzeit, den Gegner beherrscht. Sieg in Reichweite?

Nicht ganz. Denn obwohl der Glubb in der zweiten Halbzeit nachlegte und mit Tavares ein anderer Hamburger Junge in der 55. Minute das 3:0 schoss, schaffte es Bayer, dass das Spiel noch einmal spannend wurde. Denn 11 und 18 Minuten nach der schon sicher erscheinenden Führung trafen Kießling und Helmes für die Rheinländer und verkürzten auf 2:3. Es begannen die wahrscheinlich längsten 19 Minuten, die 40.000 Glubb-Fans im Stadion je erlebt hatten. Auf einmal war es der Glubb, der wie ein Hühnerhaufen spielte, zu weit weg vom Gegner stand und sich überrumpeln ließ. Das zweite Adjektiv, „glücklich“, war nun das Maß der Dinge.

Denn Bayer stürmte drauflos, es hieß alles oder nichts. Erstmal bekam man eine Ahnung, warum Leverkusen bis zu diesem Moment noch kein einziges Bundesligaspiel verloren hatte. Barnetta hatte in der 86. sogar noch den Ausgleich auf dem Fuß, vergab aber gegen Glubb-Keeper Schäfer, der mit einem grandiosen Reflex den Sieg festhielt.

Und so konnten am Ende die Nürnberger jubeln. Über den 15. Tabellenplatz, über das dritte Spiel in Folge ohne Niederlage, über einen Platz in den (Bundesliga-) Geschichtsbüchern. Und über einen Sieg. Ob glücklich oder verdient, spielte am Ende keine Rolle mehr.

Warum ist es erst März?

Posted in Musik, Platten on 5. März 2010 by Basti

Freitag, 05.03.2010.

Noch 2 lange Monate muss ich warten, dann kann ich es endlich in Händen halten, das neue Sonic-Syndicate-Album. Seit heute weiß ich zumindest einmal wie es heißt und ich kann das Artwork bestaunen. „We Rule The Night“, heißt das gute Stück, das sofort nach Erscheinen in meiner Anlage ertönen wird. Ein bisschen Werbung:

Zwei Seiten hat die neue Platte aber schon. Einerseits ist es immer wieder schön, wenn eine Band ihre Fans mit etwas Neuem beeindrucken kann, und für frischen Wind sorgt. Ich bin mit sicher, dass das neue Album richtig gut wird und kaufen werde ich es mir trotz aller eventueller Kritik auf jeden Fall. Andererseits fehlt mir hier etwas. Ein Cover ohne Bandlogo ist nur ein halbes Cover und so ganz passt die Gestaltung nicht zu den bisherigen Designs der Band.

Ich will mich aber Neuem auch nicht verschließen, und deshalb verbringe ich die nächsten 2 Monate in freudiger Erwartung auf die Dinge die da kommen mögen.

ULTRAS? ULTRAS!

Posted in Fußball on 5. März 2010 by Basti

(Die folgenden Zeilen sind zum Teil übernommen aus einem „Offenen Brief“ auf faszination-nordkurve.de.)

ULTRAS. Ein Thema, das polarisiert. Ein Thema, über das sich streiten lässt. Die einen halten sie für die fanatischsten Fans eines Vereins, die alles für diesen Verein opfern: Zeit, Geld und manchmal auch Freundschaften oder gar Beziehungen. Die anderen halten sie schlicht für Verrückte, Chaoten und Kriminelle.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich gehöre zur ersten Gruppe. Und nicht nur das, nein, ich bin sogar selbst Besitzer einer Saisonkarte bei ULTRAS NÜRNBERG und muss mich nun dafür rechtfertigen. Wieder einmal…

Schon nach dem Auswärtsspiel in Frankfurt vor gut 2 Jahren rückten die ULTRAS aus Nürnberg ins Blickfeld der Presse. Und jetzt, nach den Vorfällen in Bochum kommt es ganz dicke. Kein Infoflyer, kein YaBasta!, keine Choreos mehr. Ich will hier keineswegs etwas verharmlosen, die Tatsache, dass es in Bochum Verletzte gegeben hat, ist schrecklich. Es rechtfertigt aber nicht, dass ich in der Zeitung lesen muss, dass alle ULTRAS Verbrecher sind, dass diese Kriminellen am besten alle sofort aus dem Stadion verbannt werden sollen und dass man im Stadion ja um sein Leben bangen muss.

Deshalb stelle ich die Frage: Was wäre, wenn „alle diese Kriminellen“ sofort aus dem Stadion verbannt werden?

Die Antwort kann sich jeder vernünftig denkende Mensch selbst erschließen. Für die, die nicht drauf kommen: Es würde gar nichts mehr passieren. Im Stadion würde eine gespenstige Ruhe herrschen, vereinzelt unterbrochen, durch Beifall der Kunden. (Denn mehr sind die Zuschauer in den VIP-Logen nicht!) Dieses „Nichts“ beinhaltet aber nicht nur die absolute Stille im Stadion, sondern auch das Fehlen von Fahnen, Doppelhaltern, Choreographien. Eben all den Sachen, die die Sportberichterstattung gerne als Emotionen in deutschen Stadien verkauft.

Wobei wir bei einem weiteren Punkt wären, der mir schon seit geraumer Zeit auf dem Herzen liegt: Die Doppelmoral der deutschen Presse- und Medienlandschaft. Solange die aktive Fanszene für volle Blöcke, Choreographien und Stimmung sorgt, wird sie von Vereins- und Medienseite gerne unterstützt. In der Werbung für fußballerische Großereignisse beispielsweise werden dem Zuschauer volle Stadien, Emotionen, Simmung, Freude und so weiter suggeriert – indem die Fankurven der Vereine gezeigt werden. Singende, hüpfende, Fahnen schwenkende Fans, das sind die Bilder mit denen sich Geld verdienen lässt. Passieren jedoch Fehler, oder geht etwas schief, sind die ULTRAS sofort wieder die Bösen. Es wird sofort draufgehauen, von Vereins- und Medienseite. Diejenigen, die gestern noch die Treuesten unter den Fans waren, sind heute nur noch Chaoten und Verbrecher.

Aber zurück zu den ULTRAS und dem FCN.

Ich darf erinnern an die letzte Saison des 1. FC Nürnberg. Stellen wir uns folgende Situation vor: Liga 2, Winter, Sauwetter, Gegner aus der fußballerischen (und meistens auch geographischen) Provinz. All das hat es gegeben vor gut einem Jahr. Als Beispiel kann man einige Spiele nehmen, gemeinsam haben sie jedoch eine Sache: Ein fast vollbesetztes Frankenstadion und einen voll besetzten Fanblock. Andere Vereine wären froh, über eine solch breite Unterstützung! Das ist doch ein Aspekt der den Club auszeichnet, ja für den er fast schon berühmt ist! Fans, die für „ihren Glubb“ selbst bei Sauwetter und beschissenen Anstoßzeiten eine unter Umständen weite Anreise auf sich nehmen, nur um 90 Minuten alles für die Mannschaft zu geben und sie zum Sieg zu schreien! Natürlich war das Frankenstadion zu dieser Zeit weder ausschließlich mit ULTRAS besetzt, noch waren diese gar in der Überzahl. Aber es zeigt doch deutlich, worauf ich hinaus will: Der Fanblock ist immer (!) voll, egal gegen welchen Gegner zu welcher Zeit gespielt wird.

Ein dritter Punkt schließt sich an: Fotos werden auch immer gemacht, von eben jenem Block, der sich bewegt, der den Verein zum Sieg treibt. Ich spreche hier aber nicht von Pressefotos, sondern von privaten Aufnahmen, mit Handy oder Digitalkamera. Und die allerersten die ihre Kamera zücken, sobald mal wieder gezündelt wird, sind die, die dann sich dann später das Maul zerreißen über die „Brandstifter“ und erzürnte Leserbriefe schreiben, mit der Message „Ultras raus!“. Diejenigen, die sich selbst als die einzigen Fans mit Daseinsberechtigung darstellen. Diejenigen, dich sich darüber aufregen, dass durch das Auftreten der ULTRAS die gesamte Anhängerschaft eines Vereins in den Dreck gezogen würde. EINEN SCHEIßDRECK!!! Jeder, ich betone hier JEDER, Fersehzuschauer, Zeitungsleser, wie auch immer, wird nicht eine Minute daran denken, dass alle Fans eines Vereins so sind, wie die, die für Pyro, Rauch oder ähnliches verantwortlich sind!

Und noch etwas: Stichwort Toleranz. Ich habe eben von der Daseinsberechtigung eines Fans gesprochen. Jeder Mensch, der sich ein Fußballspiel im Stadion anschaut, repräsentiert eine bestimmte Gruppe. Da gibt es die Familie mit den beiden kleinen Jungs, die ihre FCN-Fahne schwenken und sich auf einen schönen Nachmittag freuen. Da gibt es den Opa, der seinen Enkel das erste Mal mit zum Club nimmt. Da gibt es das alte Ehepaar, das schon seit Jahren eine Dauerkarte besitzt. Da gibt es die 30-Jährigen Kumpels, die sich jedes Wochenende auf der Gegengerade treffen. Da gibt es die „Kutten“, die nur beim Vorbeilaufen alle Blicke auf sich ziehen. Und es gibt die ULTRAS.

Menschliches Miteinander lebt auch von Toleranz. Jeder dieser Menschen, die ich gerade aufgezählt habe, hat ein eigenes Verständnis vom „Fußballfan“. Aber jeder dieser Menschen hat auch eine Daseinsberechtigung. Als ULTRA respektiert man alle anderen Fans, einfach weil sie das Fan-sein anders interpretieren. Genauso sollte es auch anders herum sein…