Roland Koch geht. Es bleibt die Frage nach dem „Warum?“

Seit heute früh ist es offiziell: Hessens Ministerpräsident Roland Koch wird bis Ende 2010 alle seine politischen Ämter abgeben. Mitglied des hessischen Landtags: nicht mehr. Ministerpräsidentenamt: weg. Parteivorsitzender der CDU in Hessen: soll jemand anderes machen. Parteivize im Bund: Wiederwahl ausgeschlossen. Auf einer Pressekonferenz gab Koch gerade eben (12:30 Uhr) bekannt, dass er schon in drei Wochen, beim Parteitag der Hessen-CDU nicht mehr zum Landesvorsitzenden gewählt werden möchte. Zwischen Juni und November sind dann die anderen Ämter dran. Eine der polarisierendsten Gestalten der deutschen Politik geht also – es bleiben Fragen über Fragen.

Wohin? Nach eigenen Angaben zieht es Koch in die Wirtschaft. Er habe vor kurzem eine eigene Anwaltskanzlei gegründet, dieser Aufgabe möchte er sich nun stellen.

Wer folgt? Die Spekulationen laufen seit Bekanntwerden des Rücktritts auf Hochtouren, angeblich soll Volker Bouffier die Nachfolge als hessischer Regierungschef übernehmen. Wer die anderen Ämter besetzen wird, ließ Koch offen, heute Abend soll ein Gespräch mit den Fraktionsspitzen Klarheit verschaffen.

Die wohl spannendste Frage ließ Koch allerdings unbeantwortet: Warum? Sein Gesundheitszustand habe „zum Glück“ (Koch) nicht den Ausschlag gegeben – und selbst wenn, hätte er sich nach seinem Rücktritt in Behandlung gegeben und würde keine Anwaltskanzlei fürhen. Auch die parteiinterne Kritik der letzten Wochen kann nicht der Grund für seinen Abgang gewesen sein. In den 11 Jahren seiner Regierungszeit in Hessen hat Koch immer wieder politische Krisen verursacht – und überstanden. Seine „Kinder-statt-Inder“-Kampagne, das Bekanntwerden der CDU-Spendenaffäre: Nur zwei Beispiele, die für Koch kein Anlass zum Rücktritt waren. Und noch etwas: Die von ihm angeführte Erklärung, er habe sein Ziel, in Hessen eine langfristige, bürgerliche Regierungsmehrheit zu schaffen, erreicht, ist lächerlich. Koch ist viel zu sehr ein Machtmensch, als dass er diese jetzt aus den Händen geben würde.

Als Fazit bleibt mir zu sagen: Es ist gut, dass Koch, eine der machtgierigsten und populistischsten Figuren die politische Bühne verlässt.

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