Archive for the World Wide Web Category

…es ist WM!

Posted in Fußball, Nazis raus!, Politik, World Wide Web, Zeitgeschehen on 15. Juni 2010 by Basti

Hach, herrlich. Endlich ist wieder Fußball-Weltmeisterschaft.

Atemberaubender Fußball, Traumtore, Sommerstimmung, innere Reichsparteitage…

Moment Mal – innere Reichsparteitage? Ist schon irgendwie erstaunlich, wie ungebildet manche Menschen sind. Klar, dass man im ersten Moment stutzte, als ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein beim Spiel Deutschland-Australien folgenden Satz sagte:

Ganz wichtig, vorneweg: Ich bin nun wirklich nicht rechts. (Sollte man beim Lesen diverser Artikel vielleicht schon gemerkt haben.) Und selbstverständlich ist es nicht in Ordnung, naziverherrlichende Begriffe und Wendungen zu benutzen. Dachten sich wohl auch diverse Nutzer von Twitter, Facebook und Co. Und wie das im Web 2.0 so ist, werden Gruppen gegründet, wird auf Twitter gepostet und werden Blog-Artikel geschrieben. Besonders amüsiert hat mich dieser hier.

Nun, Blog-Artikel schreiben tu ich auch – nur bin ich ein bisschen gebildeter, als viele der Gestalten, die sich auf eben erwähnten Seiten herumtreiben. Ich weiß nämlich, dass ein „innerer Reichsparteitag“ grundsätzlich nicht unbedingt gleich mit Nazi-Verherrlichung gleichgesetzt werden kann. Denn: Wenn jemand einen inneren Reichsparteitag erlebt, bedeutete das, dass er große Freude oder Genugtuung empfindet. (Nachzulesen hier.) Gut, die Redewendung ist veraltet, wird nicht mehr allzu oft gebraucht und kommt deshalb vielleicht ein bisschen komisch rüber. aber trotzdem gilt: Sich erst mal schlau, und nicht gleich aus jeder Mücke einen Elefanten machen.

Da es aber in Deutschland anscheinend ziemlich viele Menschen gibt, die die eigene Sprache nicht kennen, gab es jetzt eben diesen riesengroßen Medien-Bohei um Frau Müller-Hohensteins Aussage. Besser macht es da schon der Zentralrat der Juden (der, nebenbei gesagt, sonst immer nur „empört“ ist. Aber das ist eine andere Geschichte…). Der betonte nämlich diesmal: „Die Moderatorin hat es bedauert, das ZDF hat es bedauert. Da gibt es deutlich keine böse Absicht. Wir sollten das nicht hysterisch betrachten.“

Sehe ich genauso. Wie gesagt, nicht gleich alles so aufbauschen, was im Fernsehen gesagt wird.

Und weils so schön ist, schließe ich mit einem Kommentar den ich auf YouTube gefunden habe:

„Die Ausdrucksweise ist ungeheuerlich, Frau Müller-Hohenstein betreibt einen Medienblitzkrieg und ist dabei mit ihren rhetorischen Panzern in das Osteuropa Deutscher Befindlichkeiten eingerückt. Ein totaler Medien-GAUleiter den sie sich da geleistet hat. Ich will die totale Aufklärung dieses Vorfalls, und zwar zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Herrenmenschmeier nochmal!“

Wer ist besser: Blümchen oder Mehrzad?

Posted in Musik, World Wide Web, Zeitgeschehen on 19. April 2010 by Basti

Oder: Wieviel Macht hat das Internet?

Kaum steht er fest, der neue „Superster“ der RTL, schon regt sich Widerstand. Nachdem Mehrzad Marashi am Samstag Abend seinen überraschenden Triumph über Menowin Fröhlich feiern durfte, steht im nun eine andere Überraschung ins Haus. Wie verschiedene Zeitungen und dieser Blogartikel berichten, wollen Gegner der Castingshow jetzt via WWW verhindern, dass der Titel „Don’t believe“ zum Verkaufsstart auf Platz 1 der Singlecharts schnellt.

Dass bisher jeder DSDS-Siegertitel die Spitzenposition inne hatte, scheint die Macher hinter dem Boykott nicht zu irritieren, sondern nur noch mehr zu motivieren. Und auch ein Vorbild existiert. In England schaffte eine ähnliche Idee im Winter 2009 die Sensation: „Killing in the Name“ von Rage Against The Machine wurde von rund 500.000 Briten gekauft und konnte sich so noch vor den Gewinner des Formats „The X-Factor“ an die Spitze der Charts setzen.

Das besondere an dem Rage-Against-The-Machine-Song: Er ist 15 (!) Jahre alt. In Deutschland wird nun versucht, mit einem vergleichbar alten Lied eine vergleichbare Wirkung zu erzielen. Hierzulande soll es Jasmin Wagner richten. Die 29-jährige, wahrscheinlich besser bekannt unter ihrem Pseudonym „Blümchen“, feierte 1996 mit „Boomerang“ (hier reinhören) einen Top-Ten-Hit in vielen europäischen Ländern. Und könnte nun, kurz vor ihrem 30. Geburtstag wieder in den Charts stehen. Ihr Kommentar zu der Boykott-Akion: „Ich beobachte das momentan und find es ganz spannend und amüsant.“

Das Problem an der deutschen Variante ist folgendes: Auf Facebook und meinVZ wird die Aktion kräftig promotet, allerdings existiert auf Facebook noch eine andere Gruppe, die dazu aufruft, den Led-Zeppelin-Klassiker „Stairway To Heaven“ als Boykott-Song zu kaufen. Obwohl Led Zeppelin natürlich besser ist als Blümchen, finde ich die Variante mit Blümchen besser, da sie schlicht und einfach absurder ist.

Wenn sich die beiden Gruppen allerdings nicht bald einigen, könnten RTL und Mehrzad Marashi am Ende die lachenden Dritten sein: Die kaufgeilen DSDS-Fans warten bestimmt schon sehnsüchtig darauf, am 23. April den Sieger-Song laden bzw. kaufen zu können. Die Protest-Bewegung  muss sich also besser organisieren, sonst nehmen sie sich noch gegenseitig die Downloads weg.

Es geht also wieder einmal um die Frage: Wie viel Macht hat das Internet? Ich bin gespannt auf das Ergebnis und hoffe irgendwie, dass Blümchen an die Spitze der Charts geladen oder gekauft wird.

Klarmachen zum Ändern?

Posted in Politik, World Wide Web, Zeitgeschehen on 6. September 2009 by Basti

Nein, dieser Artikel ist kein weiterer Wahlaufruf oder Support für die Piratenpartei, auch wenn der Titel dies suggerieren mag. Ich möchte mit diesem Text ganz einfach zum Nachdenken anregen.

Sicher, die Ziele und Vorstellungen der Piratenpartei sind mehr als löblich, gerade unter „Mitgliedern“ des Web 2.0 stoßen Forderungen wie Datenschutz und weniger Zensur verständlicherweise auf große Zustimmung. Auch ich habe mich mit dem Programm der Partei befasst und vieles was sich dort finden lässt, wäre zumindest eine Überlegung wert.

Und doch: Die Zunehmende Sympathie im Internet artet meiner Meinung nach langsam aus. Es vergeht kaum ein Tag an dem auf der (deutschen) Startseite von WordPress kein Artikel zur Piratenpartei als Hot Stuff angezeigt wird. „23 Gründe, Piratenpartei zu wählen“, „Piratenpartei und Frauen“, „Kann eine Feministin Piraten wählen?“ um nur einige zu nennen. (Eine Bitte an die angesprochenen Autoren: Nehmt es nicht persönlich, eure Artikel sind ja nur Beispiele.)

Da frage ich mich allmählich: Haben alle Artikelschreiber das Programm GANZ gelesen? Denn: Zensur ist in einer aufgeklärten Gesellschaft, in der wir in Deutschland zweifelsfrei leben, eine nicht hinnehmbare Tatsache, die es sicherlich mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Aber wenn sich eine Partei gegen die Sperrung von Kinderporno-Seiten stellt, dann läuft etwas falsch in deren Programm! Und wenn dann auch noch ein Bundestagsabgeordneter der SPD unter dem Verdacht steht, ein – Entschuldigung, Herr Tauss! – Kinderfickerfreund zu sein, und während des laufenden Ermittlungsverfahrens seinen Austritt aus der SPD verkündet und kurzerhand zu den Piraten wechselt, dann setzt es bei mir aus!

Deshalb: Welche Partei man aus welchen Gründen wählt, das bleibt jedem selbst überlassen. Meine Bitte lautet nur: Setzt euch mit dem Programm der Partei, die ihr wählen wollt genau auseinander und wählt sie nicht nur, weil sie freie Musikdownloads für jedermann fordert!!!

brands4friends.de

Posted in Shopping, World Wide Web on 31. August 2009 by Basti

„Marken zum Freundschaftspreis“ – was ist das denn?

Das war meine erste Reaktion, als ich vor ewiger Zeit von der Seite „brands4friends.de“ (B4F) hörte. Da ich aber von Natur aus neugierig bin und mich schnell von Schnäppchen begeistern lassen kann, meldete ich mich über meinen SchülerVZ-Account dort an. Und siehe da: Das Konzept des Internet-Shops überzeugte mich auf ganzer Linie. Bis heute schaue ich regelmäßig auf der Seite vorbei, informiere mich über ausstehende Aktionen (Dazu später mehr…) und shoppe gerne und ausgiebig.

Doch zurück zur Eingangsfrage: „brands4friends“ – was ist das?

„Wir sind Deutschlands No.1-Shopping-Club für Markenbekleidung und Lifestyle-Produkte. Wir bieten ausgewählte Produkte renommierter Mode- und Lifestyle-Marken in zeit- und volumenlimitierten Verkaufsaktionen zu Freundschaftspreisen an. Ob Taschen, Schuhe, Shirts oder Jeans, ob Sport-, Freizeit-, oder Luxuslabel, bei brands4friends finden unsere Mitglieder ihre Lieblingsmarken bis zu 70% günstiger als im Laden. Wir nutzen Überhänge aktueller Kollektionen, „Off-Season“-Produkte oder Sonderkollektionen. Wir verkaufen ausschließlich Original-Ware in unseren Aktionen, die ein bis drei Tage dauern. Dabei gilt: Wer zuerst kauft, malt zuerst. Um die begehrten Artikel nicht zu verpassen, laden wir unsere Mitglieder per E-mail im Vorfeld zu den Aktionen ein.“

So steht es auf der Website. Und im Prinzip ist die Idee damit erklärt. Auf der Startseite erhält man nach dem Login eine Übersicht über die aktuellen, sowie ausstehenden Aktionen, in denen eine bestimmte Anzahl an Klamotten eines bestimmten Labels – ganz wichtig: zeitlich limitiert! – zu haben ist. Man muss sich beeilen, was weg ist, ist weg. „Reservierungen“ im Warenkorb kann man vergessen, dieser wird nach spätestens 25 Minuten gelehrt. Allerdings muss man sich als Käufer keine Sorgen machen, die Zeit ist immer gut zu sehen.

Beim Stöbern auf der Seite hat man bei jedem Artikel die Möglichkeit, ihn von mehreren Seiten anzuschauen und erhält detaillierte Informationen über Größe, Aussehen, Einzelheiten etc. So macht online shoppen Spaß!

Die Bestellung selber bietet nichts Neues im Vergleich zu anderen Online-Shops, gezahlt werden kann per Kreditkarte, Vorkasse, Sofortüberweisung oder diversen Online-Bezahlsystemen. Interessant: Einen Mindestbestellwert gibt es nicht, es fallen lediglich die doch recht hohen Versandkosten von 6,90€ auf.

Wenn man dann einmal bestellt hat, muss man ziemlich lange auf seine Sachen warten, B4F erklärt dies auf seiner Seite allerdings damit, dass die Herstellerfirmen erst nach Ablauf der Aktion beauftragt werden, die Bestellungen zu bearbeiten und dafür 14 Tage Zeit haben. Die Lieferung geht wohl erst an B4F, die die Sachen dann an ihre Kunden ausliefern. Meiner Meinung nach ziemlich umständlich, aber was soll’s. Muss man halt ein bisschen warten, aber wo sonst bekommt man so günstig Markenklamotten?

Kommen die Klamotten dann an der Haustür an, ist man doch recht überrascht: Egal, was man kauft, sei es beispielsweise nur ein Hemd, wie bei mir, kommt ein vergleichbar großes Paket. Daher anscheinend die hohen Versandkosten.

Alles in allem bin ich mit dem Angebot in diesem „exklusiven Shopping-Club“ total zufrieden. Nur: So exklusiv ist der Schop dann doch wieder nicht, rein kommt man schon irgendwie. Wie soll B4F denn auch sonst sein Geld verdienen? Einladung durch ein Mitglied ist die offiziell einzige Möglichkeit, es geht aber auch anders, wie ich oben schon erwähnt habe. Damit bereits registrierte Mitglieder auch fleißig neue Kunden einladen bekommen sie einen 10€-Gutschein bei der Anmeldung eines solchen und einen weiteren 8€-Gutschen, wenn das neue Mitglied etwas kauft. Diese sind dann 6 Monate gültig und lassen sich auf jede Bestellung anrechnen.

Fazit: Da man weiß, dass man lange auf seine Bestellung warten muss, fällt mir rein gar nichts negatives zu B4F ein. Die Idee, eine Community draus zu machen ist interessant, spielt aber wahrscheinlich nur eine psychologische Rolle. Egal, ich werde auch in Zukunft dort auf Schnäppchenjagd gehen.

Wer Mitglied werden will, kann sich natürlich gerne bei mir melden…

Eurobilltracker.com

Posted in World Wide Web, Zeitgeschehen on 23. Juli 2009 by Basti

Begleiten Sie die Euro-Scheine auf ihrer Reise.

Ja, sowas kann tatsächlich Spaß machen. Als ich Anfang 2008 von einer Seite hörte, auf der man den Weg seines Geldes verfolgen kann, nachdem man zuvor deren Seriennummer eingegeben hat, dachte ich zunächst: Hurra, Überwachungsstaat! Doch weit gefehlt. Das „Tracken“ von Euro-Scheinen macht unheimlich viel Spaß und ist ein unterhaltsames Hobby.

Seit der Einführung des Euro, also seit 01.01.2002, ist die Seite online, sie ist die größte von mindestens fünf in der Eurozone. Die Gründer, Belgier und Franzosen, ließen sich von ähnlichen Seiten in den USA bzw. Kanada inspirieren; dort existieren solche Tracking-Seiten schon seit längerer Zeit. Wheresgeorge.com oder whereswilly.com, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Genau wie ihre amerikanischen Vorbilder ist eurobilltracker.com (EBT) kostenlos, das Team arbeitet ebenfalls auf Freiwilligenbasis. Da jeder Mitglied werden kann, egal ob Europäer oder nicht, wächst die Community ständig. Derzeit sind über 146.000 Mitglieder registriert, die mehr als 64 Millionen Banknoten eingetragen haben. Umgerechnet ergibt das einen Wert von über 1,3 Milliarden €. Ungefähr 313.000 dieser Banknoten sind sogenannte Treffer. (Stand 21. Juli 2009)

Einen Treffer meldet die Seite dann, wenn ein und derselbe Schein von mindestens zwei Personen eingegeben wurde. Ist das der Fall, erhält man automatisch eine E-Mail, die über den Treffer informiert. Die meisten Treffer gibt es in Finnland, dort scheint Tracking eine Art Volkssport geworden zu sein. Je grüner, desto mehr potenzielle Treffer, das zeigt auch die Grafik:

EBT-Grafik

Nun zum eigentlichen Sinn der Seite: Wenn man sich einmal registriert hat, hat man zunächst die Möglichkeit, die Scheine über ein Einsteiger-Formular einzutragen. Dies erweist sich dann doch als ziemlich mühsam, da jeder Schein seperat eingetragen werden muss. Nominalwert des Scheins, Ausgabejahr, Druckerei-Code (steht auf der Vorderseite der Scheine) und die Seriennummer (steht hinten) sind dabei ein Muss, ebenso die Stadt, die Postleitzahl und das Land. Kommentare zu dem Schein kommen in ein Kann-Feld. Doch die Mühe lohnt sich, ab 100 eingegebenen Scheinen ist man berechtigt, das Fortgeschrittenen-Formular zu nutzen. Hier kann man bis zu 20 Scheine auf einen Rutsch eingeben, die einzige Voraussetzung ist, das diese unter die gleiche Postleitzahl fallen. Außerdem ist es hier auch möglich, die Scheine offline in Excel zu erfassen, und sie dann hochzuladen.

Der Ehrgeiz der Nutzer wird mit den verschiedenen Ranglisten angesprochen, die auf der Seite erstellt werden. Gegliedert sind diese Ranglisten in Benutzer insgesamt, eine Länder- und eine Städte-Wertung. Interessant: Berlin, die bekanntlich größte Stadt Deutschlands liegt nur auf Platz 4. Den ersten Platz belegt Hagen (Westfalen), Nürnberg findet man leider nur auf Rang 32.

Das die EBT-Betreiber echte Statistik-Freaks sind, geben sie nicht nur offen auf ihrer Seite zu, es zeigt sich erstens in den oben schon erwähnten Ranglisten, zweitens in den vielen verschiedenen Karten, auf denen man nachvollzeihen kann, von wo wieviele Scheine wohin gewandert sind.

Das angeschlossene Forum bietet zudem die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen, einzig eine Chat-Funktion wäre wünschenswert. Diese Freundschaften kann man dann auf internationalen User-Treffen vertiefen, das nächste findet Mitte August in Wien statt.

Fazit: Wer sich schon immer gefragt hat, wer denn auf den 20-€-Schein draufgeschrieben hat, den man gerade in der Hand hält, der findet auf EBT vielleicht nicht unbedingt die Antwort, unterhaltsam ist es trotzdem.